Kaufprämie: Ein China-Stromer fährt in Deutschlands Top 5
Die neue Kaufprämie läuft seit Mai, jetzt liegt eine große Bilanz vor. In den Top 5 der geförderten Modelle taucht ein Auto auf, das kaum jemand erwartet hat.
Seit dem 19. Mai können Haushalte in Deutschland die neue E-Auto-Kaufprämie beantragen, gestaffelt nach Einkommen und Zahl der Kinder, maximal 6.000 Euro pro Auto. Jetzt zeigt eine neue Auswertung des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), über die der „Spiegel“ berichtet, wohin das Geld tatsächlich fließt. Zwischen Tesla, Škoda und VW hat sich dabei ein Modell geschoben, das vor einem Jahr hierzulande noch kaum jemand kannte: der Leapmotor T03.
Knapp 100.000 geförderte Autos
Bis zum Stichtag 1. Oktober hat der Staat 97.790 Fahrzeuge bezuschusst, darunter 8.196 Plug-in-Hybride. Rund 432 Millionen Euro sind laut „electrive“ bereits ausgezahlt, im Schnitt 4.418 Euro pro Haushalt; mehr als die Hälfte der Anträge stammt von Haushalten mit höchstens 45.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen. Die Prämie erreicht also tatsächlich eher die kleineren Geldbeutel. Und die greifen erstaunlich oft zu einem Auto aus China. Die meistgeförderten Modelle laut Bafa:
- Platz 1: Tesla Model Y
- Platz 2: Škoda Elroq
- Platz 3: Tesla Model 3 (3.845 Bewilligungen)
- Platz 4: Citroën ë-C3 (3.583)
- Platz 5: Leapmotor T03 (3.561)
Ein 3,62-Meter-Zwerg räumt ab
Der T03 ist damit das einzige Modell einer chinesischen Marke in den Top Ten, und ihn trennen gerade einmal 22 Bewilligungen von Platz vier. Das Rezept ist simpel: Der Kleinstwagen startet bei 18.900 Euro Listenpreis. Wer den vollen Fördersatz bekommt, zahlt am Ende keine 13.000 Euro für ein fabrikneues Elektroauto. Bemerkenswert ist das Tempo: Bei der vorherigen Auswertung Mitte September stand der T03 laut „Auto Bild“ noch bei rund 1.700 Bewilligungen, die Zahl hat sich seither mehr als verdoppelt.
Leapmotor schlägt BYD, um exakt zwei Autos
Auch in der Herstellerwertung sind die Chinesen angekommen: Das Leapmotor-Joint-Venture mit Stellantis kommt auf 5.816 Bewilligungen und liegt damit exakt zwei Autos vor BYD (5.814). SAIC, der Mutterkonzern von MG, steuert weitere 2.132 bei. Zusammengerechnet entfallen rund 13.800 Förderungen auf Fahrzeuge chinesischer Hersteller, also etwa jede siebte. Zur Einordnung: An der Spitze der Konzernwertung steht Volkswagen mit 20.624 Bewilligungen vor Stellantis und Tesla.
Was heißt das für den Markt?
Die Prämie wirkt als Verstärker eines Trends, der sich längst in den Zulassungszahlen zeigt: Im September war mehr als jeder dritte Neuwagen in Deutschland ein reines Elektroauto, und Chinas Marken fuhren dabei Rekordwerte ein. Für Österreich gilt die deutsche Prämie naturgemäß nicht, dort wächst Leapmotor aber auch ohne staatliche Schützenhilfe kräftig. Bleibt der Blick auf den Geldtopf: 3 Milliarden Euro stehen bis 2029 bereit, kalkuliert für rund 800.000 geförderte Fahrzeuge, und kurz nach dem Stichtag wurde bereits die Marke von 100.000 bewilligten Anträgen geknackt. Für Leapmotor und Co. ist das Programm damit ein Schaufenster, das sich mit keinem Marketingbudget der Welt kaufen ließe.
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Verwendete Quellen
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