Neuer IM LS6 in China: Was das für den IM6 bei uns heißt

In China startet die neue Generation des IM LS6 mit Technik, die aufhorchen lässt. Bei uns kennt man das SUV unter anderem Namen: als IM6 im MG-Netz.

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Weißes SUV-Coupé IM LS6 der neuen Generation fährt durch eine Straße mit Backsteinfassaden
Die neue Generation des IM LS6 | Bild: IM Motors

IM hat in China die neue Generation des LS6 auf den Markt gebracht: aggressiv bepreist, mit 800-Volt-Technik in allen Varianten und einer Lenkung, die komplett ohne mechanische Verbindung zum Lenkrad auskommt. Für den deutschsprachigen Raum ist das keine ferne China-Meldung. Denn dieses Auto steht in leicht anderer Form längst bei uns beim Händler: als IM6, verkauft über das MG-Netz.

Drei Varianten, ein Kampfpreis

Zum Marktstart am Mittwoch ruft die Premium-Submarke des SAIC-Konzerns Aktionspreise von 197.900 bis 259.900 Yuan auf, umgerechnet rund 25.900 bis 34.000 Euro. Dafür gibt es ein 4,94 Meter langes SUV-Coupé mit 2,96 Metern Radstand in drei Stufen:

  • Max: Heckantrieb mit 245 kW (333 PS), 76-kWh-Akku, 650 km Reichweite nach CLTC, ab 197.900 Yuan (rund 25.900 Euro)
  • Pro Max: Heckantrieb mit 300 kW (408 PS), 93-kWh-Akku, 782 km CLTC, ab 217.900 Yuan (rund 28.500 Euro)
  • Ultra: Allradantrieb mit 500 kW (680 PS), 103-kWh-Akku, 750 km CLTC, in 3,48 Sekunden auf Tempo 100, ab 259.900 Yuan (rund 34.000 Euro)

Wichtig zur Einordnung: Die Reichweiten stammen aus dem chinesischen CLTC-Zyklus, der deutlich optimistischer misst als das europäische WLTP-Verfahren. Real dürften die Werte spürbar darunter liegen. Flott lädt der Neue trotzdem: Dank 800-Volt-Plattform soll der Sprung von 10 auf 80 Prozent je nach Akku zwischen knapp 17 und gut 20 Minuten dauern, eine Viertelstunde am Schnelllader soll bis zu 530 CLTC-Kilometer nachschieben.

Lenken ohne Lenksäule

Die technisch spannendste Neuerung ist die serienmäßige Steer-by-Wire-Lenkung: Zwischen Lenkrad und Rädern gibt es keine mechanische Verbindung mehr, die Befehle laufen rein elektronisch über das Fahrwerkssystem Lingxi 3.0. Dazu kommt eine intelligente Vierradlenkung mit bis zu 18 Grad Lenkwinkel, die das Mittelklasse-SUV ungewöhnlich wendig machen soll. In China kommt das Paket offenbar an: Laut „CnEVPost“ meldete die Marke mehr als 8.000 Bestellungen binnen 45 Minuten nach dem Start des Vorverkaufs.

Was heißt das für den IM6 bei uns?

Hier wird es für Deutschland interessant: Der LS6 ist das China-Pendant des IM6, den MG seit Juli hierzulande verkauft. Der aktuelle IM6 basiert noch auf dem bisherigen Modell und startet bei 56.990 Euro mit 300 kW und 100-kWh-Akku, das Allradmodell mit 553 kW kostet 60.990 Euro. In der Schweiz sind die IM-Modelle sogar schon seit Sommer 2025 zu haben, für Österreich hat MG einen Marktstart bislang nicht kommuniziert.

Ob und wann die neue Generation nach Europa kommt, lässt der Konzern offen. Dass sie mittelfristig auch den IM6 bei uns prägen dürfte, liegt trotzdem auf der Hand, schließlich haben Chinas Marken in Europa gerade einen Rekordmonat hingelegt, und MG gehört dabei zu den treibenden Kräften. Der Blick auf die Preise zeigt zugleich, wie viel Luft zwischen den Märkten liegt: In China kostet die neue Generation umgerechnet nicht einmal die Hälfte des deutschen Einstiegspreises. Zölle, Homologation, Ausstattung und Vertrieb schlagen eben kräftig zu. Die kurze Antwort auf die Frage, ob sich das Warten auf die neue Generation lohnt, kennt heute nur SAIC selbst. Wer den Technik-Vorsprung aus China bei uns kaufen will, braucht also noch Geduld.

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