Machtwechsel bei Aito: Huawei und Seres überraschen erneut
Zwei Wochen nach dem Umbau bei Aito haben Huawei und Seres in Shenzhen neue Fakten geschaffen. Was das Abkommen regelt und was offen bleibt.
Vor zwei Wochen sah es so aus, als würde Huawei bei seiner Erfolgsmarke Aito leise den Rückbau einleiten: Partner Seres übernahm das Kommando über Produkt, Marketing und Vertrieb, wir haben berichtet. Jetzt setzen die beiden Konzerne ein Zeichen in die Gegenrichtung. Am 30. September haben sie in Huaweis Heimatstadt Shenzhen ein neues Abkommen unterzeichnet, das die Zusammenarbeit bei Aito für die nächsten fünf Jahre festschreibt. Der bisherige Fünfjahresvertrag stand kurz vor dem Auslaufen.
Ein eigenes Team nur für Aito
Bei der Zeremonie standen Huawei-Vorstand Richard Yu, der die Konsumentensparte des Konzerns führt, und Seres-Gründer Zhang Xinghai persönlich hinter den Unterzeichnern; signiert haben die Autosparte von Seres und Huaweis Gerätetochter. Die Eckpunkte laut der offiziellen Mitteilung der Markenallianz HIMA:
- Ein gemeinsames Team, das sich nur um das Aito-Geschäft kümmert
- Ein exklusives Vertriebsmodell mit eigenen Aito-Stores
- Positionierung als Premium-Marke samt ausgebautem Service
- Aito bleibt Teil von Huaweis Markenverbund HIMA
An der Mitte September beschlossenen Arbeitsteilung ändert das im Grundsatz nichts: Seres führt das Tagesgeschäft, Huawei liefert weiterhin die Technik, vom Fahrassistenten bis zum Betriebssystem. Zhang Xinghai hatte den Umbau zuletzt ohnehin kleingeredet, man habe sich „nie getrennt“, zitiert ihn das Portal „IT Home“. Offen bleibt der heikelste Punkt: Wie die Einnahmen künftig verteilt werden und was aus den Gebühren wird, die Seres bislang pro verkauftem Auto an Huawei überwies, sagen beide Seiten nicht.
Der Pakt kommt nicht aus einer Position der Stärke
Nötig ist der Schulterschluss allemal. Die HIMA-Allianz lieferte im September 37.490 Fahrzeuge aus, fast 30 Prozent weniger als vor einem Jahr und der vierte Rückgang in Folge. Ausgerechnet Aito, mit über 1,2 Millionen Kunden das Zugpferd des Verbunds, spürt die erstarkte Konkurrenz im chinesischen Premium-Segment deutlich. Die Antwort darauf ist bereits unterwegs: Pünktlich zum Vertragsabschluss startete am 30. September der Vorverkauf des überarbeiteten M8, der technisch schon für automatisiertes Fahren nach Level 3 vorbereitet ist.
Kommt Aito damit zu uns?
Die kurze Antwort: vorerst nicht. Einen Marktstart in Europa hat die Allianz bislang nicht angekündigt, HIMA konzentriert sich auf China. Für Deutschland und Österreich heißt die Nachricht trotzdem etwas: Huawei wickelt sein Autogeschäft nicht ab, sondern plant auf Jahre hinaus. Sollte der Verbund irgendwann den Sprung zu uns wagen, stünde dahinter eine frisch geregelte Partnerschaft statt eines Gespanns im Dauerclinch. Bis dahin bleibt Aito das, was die Marke für die meisten hierzulande ist: ein Name, den man kennen sollte, weil er zeigt, wie ernst es Chinas Tech-Konzerne mit dem Auto meinen.
Das könnte dich auch interessieren:
Verwendete Quellen
Erstellt mit KI-Unterstützung nach unseren Redaktionsrichtlinien.