Leapmotor baut jetzt in Europa: Und das ist erst der Anfang

In Zaragoza ist die Serienproduktion des B10 angelaufen. Warum der Schritt für Leapmotor so wichtig ist und was Käufer bei uns davon haben.

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Roter Leapmotor B03 auf einem Drehteller am Messestand beim Pariser Autosalon 2026
Der Leapmotor B03 bei seiner Europapremiere am Pariser Autosalon | Bild: Leapmotor International

Es ist angerichtet: Im spanischen Zaragoza ist die Serienproduktion des Leapmotor B10 angelaufen. Das kompakte Elektro-SUV läuft damit als erstes Modell in Leapmotors erster eigener Europa-Fabrik vom Band. Verkündet hat Leapmotor den Meilenstein am Pariser Autosalon, wo die Chinesen gleich noch eine Europapremiere im Gepäck hatten.

„In Europe, for Europe“: Der Plan hinter Zaragoza

Das Werk in Zaragoza wurde gemeinsam mit Stellantis entwickelt und nutzt die bestehende Fertigungsstruktur des Multimarkenkonzerns (Opel, Peugeot, Fiat und mehr). Stellantis hat sich 2023 für 1,5 Milliarden Euro mit rund 20 Prozent an Leapmotor eingekauft und ist damit größter Auslandsaktionär der Chinesen. Das Gemeinschaftsunternehmen Leapmotor International, an dem Stellantis 51 Prozent hält, vertreibt die Autos exklusiv außerhalb Chinas.

Die Logik hinter dem Werk ist simpel: Autos aus europäischer Fertigung sind von den EU-Zusatzzöllen auf chinesische Elektroautos nicht betroffen. Leapmotor nennt die Strategie „in Europe, for Europe“: in Europa bauen, was in Europa verkauft wird.

Es ist bereits der zweite Anlauf. Den Kleinstwagen T03 ließ Leapmotor ab 2024 in einem polnischen Stellantis-Werk montieren, Ende März 2025 war damit wieder Schluss. Diesmal sind die Pläne deutlich langfristiger angelegt: Ab 2028 soll in Zaragoza zusätzlich ein elektrisches Kompakt-SUV von Opel entstehen, und das Madrider Werk Villaverde soll an die spanische Tochter von Leapmotor International übergehen.

Paris-Premiere: Der B03 kommt nach Europa

Am Autosalon feierte parallel der B03 seine Europapremiere: ein 4,2 Meter langer Kompakter für die Stadt, der in China als A05 verkauft wird und dort unter anderem gegen den BYD Dolphin antritt. Die wichtigsten Eckdaten der Europa-Version:

  • Reichweite: bis zu 390 Kilometer nach WLTP
  • Laden: von 10 auf 80 Prozent in 21 Minuten
  • Antrieb: bis zu 145 kW (197 PS)
  • Cockpit: 14,6-Zoll-Touchscreen, 8,8-Zoll-Fahrerdisplay, 21 Assistenzsysteme

Preise und Starttermin für Europa stehen noch aus. Daneben zeigte Leapmotor in Paris den D19, sein kommendes Flaggschiff-SUV mit bis zu sieben Sitzen und Range-Extender-Technik.

Rekorde in Serie

Geliefert wird derweil am Fließband: 105.656 Autos im September bedeuten den dritten Monat in Folge über der Marke von 100.000. Nach neun Monaten steht der Zähler bei 666.539 Fahrzeugen, ein Plus von gut 68 Prozent und jetzt schon mehr als im gesamten Vorjahr. Das Jahresziel von einer Million bleibt damit in Reichweite.

Was heißt das für Deutschland und Österreich?

Der B10 ist bei uns längst auf dem Markt, und die Marke hat Lauf: In Deutschland mischt Leapmotor bei der neuen Kaufprämie vorne mit, in Österreich wächst die Marke derzeit rasant. Kommen die Autos künftig aus Spanien statt aus China, verkürzen sich die Transportwege, und die Zolldebatte verliert für Leapmotor ihren Schrecken. Ob daraus am Ende bessere Preise für die Kundschaft werden, lässt die Marke offen. Die Voraussetzungen dafür sind jedenfalls geschaffen.

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