Tesla schlägt die Prognosen und verliert trotzdem den Anschluss
Tesla meldet das beste Quartal des Jahres, BYD ebenfalls. Doch nur einer baut seinen Vorsprung aus: Die neuen Zahlen zeigen, wie sich das Rennen dreht.
Tesla hat im dritten Quartal 486.532 Autos ausgeliefert und damit die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Eigentlich ein Grund zum Feiern, doch die Freude bekommt schnell Kratzer: BYD hat im selben Zeitraum 762.478 reine Elektroautos verkauft. So groß wie jetzt war der Abstand zwischen den beiden wichtigsten E-Auto-Herstellern der Welt noch nie.
Dabei lesen sich die nackten Tesla-Zahlen zunächst ordentlich. 486.532 Auslieferungen bedeuten das beste Quartal des Jahres und ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Frühjahr. Analysten hatten laut „CnEVPost“ mit rund 464.000 Fahrzeugen gerechnet. Verglichen mit dem Vorjahresquartal steht allerdings ein Minus von gut 2 Prozent. Und produziert hat Tesla mit 464.391 Autos weniger, als vom Hof rollten: Der Konzern räumt also auch Bestände ab.
Der Vorsprung hat sich mehr als verdreifacht
BYD meldet für das dritte Quartal 762.478 verkaufte reine Stromer, ein Plus von rund 31 Prozent zum Vorjahr. Damit lagen die Chinesen um satte 275.946 Fahrzeuge vor Tesla. Zur Einordnung: Im zweiten Quartal betrug der Abstand noch 76.964 Autos. Er hat sich also binnen drei Monaten mehr als verdreifacht.
Nach neun Monaten steht es 1.629.957 zu 1.324.681 für BYD. Interessant dabei: Übers Jahr gesehen wächst Tesla mit knapp 9 Prozent sogar schneller als BYDs BEV-Sparte, die bislang nur 1,5 Prozent zulegt. Die Dynamik des dritten Quartals spricht trotzdem eine deutliche Sprache. Schon 2025 hatte BYD mit gut 2,26 Millionen reinen Stromern Tesla (1,64 Millionen) klar hinter sich gelassen.
Woher BYDs Schub kommt
Das Wachstum holt sich der Konzern längst nicht mehr nur zu Hause. Im September gingen 180.700 BYD-Fahrzeuge ins Ausland, mehr als das Zweieinhalbfache des Vorjahreswerts und fast 40 Prozent des gesamten Absatzes. Wie stark der Export inzwischen trägt, haben wir in unserer Analyse der Septemberzahlen aufgedröselt. Der Heimatmarkt schwächelt dagegen, was den Blick der Chinesen erst recht Richtung Europa lenkt, wo Chinas Marken zuletzt einen Zulassungsrekord aufgestellt haben.
Was heißt das für Deutschland und Österreich?
Die September-Zulassungen von KBA und Statistik Austria stehen noch aus, sie kommen erst in den nächsten Tagen. Spannend ist aber ein Detail, das „electrive“ ausgegraben hat: In Deutschland sind gut 60 Prozent der BYD-Zulassungen Plug-in-Hybride, im globalen September-Mix liegt deren Anteil bei knapp 40 Prozent. Im direkten BEV-Duell mit Tesla tritt BYD bei uns also noch gar nicht mit voller Wucht an. Sollte sich das ändern, dürfte es für Tesla in Deutschland und Österreich erst richtig ungemütlich werden. Die kurze Antwort auf die Frage, wer das globale Rennen um die BEV-Krone anführt, lautet allerdings schon heute: BYD.
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Verwendete Quellen
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