BYD und Geely melden Bestmarken: Woher das Wachstum wirklich kommt

BYD und Geely melden beide ihren besten Monat des Jahres. Wer genauer hinschaut, findet in den Zahlen eine Entwicklung, die uns in Europa direkt betrifft.

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Blauer BYD Sealion 7 fährt auf einer Stadtstraße
Mit Modellen wie dem Sealion 7 wächst BYD in Europa kräftig. | Bild: BYD

Nach den jungen Marken haben pünktlich zum Nationalfeiertag auch Chinas Schwergewichte ihre Septemberzahlen vorgelegt: BYD und Geely melden beide den besten Monat des Jahres. Klingt nach Aufbruch, hat aber einen doppelten Boden. Denn das Wachstum der beiden Konzerne kommt kaum noch aus China selbst, sondern von Kunden im Ausland. Auch von uns.

BYD: Fünfter Wachstumsmonat in Folge

463.561 New-Energy-Fahrzeuge hat BYD im September verkauft, knapp 17 Prozent mehr als vor einem Jahr und so viele wie in keinem anderen Monat 2026. Es ist der fünfte Monat in Folge mit einem Plus gegenüber dem Vorjahr und bereits der siebte, in dem der Absatz gegenüber dem Vormonat stieg. Zur Einordnung gehört allerdings: Die Vergleichsbasis liegt tief, im September 2025 war BYDs Absatz noch geschrumpft. Bei den Personenwagen entfielen 273.143 Stück auf reine Stromer und 183.570 auf Plug-in-Hybride.

Der eigentliche Treiber steckt in einer anderen Zeile der Statistik: 179.877 Fahrzeuge gingen in den Export, zweieinhalbmal so viele wie vor einem Jahr. Fast vier von zehn verkauften BYD rollen inzwischen zu Kunden außerhalb Chinas. Nach neun Monaten steht der Konzern bei gut 3,1 Millionen Fahrzeugen, über 1,3 Millionen davon gingen ins Ausland. Zu Hause schwächelt die Nachfrage dagegen weiter, wie „Reuters“ berichtet.

Geely: Bestwert mit kleinem Dämpfer

Auch Geely meldet mit 292.168 Fahrzeugen und einem Plus von 7 Prozent den stärksten Monat des Jahres. Fast zwei Drittel davon, nämlich 190.868 Stück, waren New-Energy-Fahrzeuge. Und auch hier trägt das Ausland: 106.685 Autos gingen in den Export, gut zweieinhalbmal so viele wie vor einem Jahr. Allerdings riss die monatelange Serie neuer Exportrekorde, der Wert lag laut „CnEVPost“ leicht unter dem August. Im Inland bleibt das Bild trüb: Nach neun Monaten liegt Geelys Chinaabsatz fast ein Viertel unter dem Vorjahr, konzernweit rettet der Export ein Plus von 3 Prozent auf 2,24 Millionen Fahrzeuge. Vom Jahresziel von 3,45 Millionen sind damit rund zwei Drittel geschafft. Den Rekord der Konzernmarke Zeekr haben wir uns heute Morgen schon genauer angesehen.

Die Kernzahlen im Überblick:

  • BYD: 463.561 Fahrzeuge (+17 Prozent), davon 179.877 im Export (+154 Prozent)
  • Geely: 292.168 Fahrzeuge (+7 Prozent), davon 106.685 im Export (+162 Prozent)

Und wie viel davon landet bei uns?

Eine ganze Menge. Europa ist für beide Konzerne der wichtigste Wachstumsmarkt außerhalb Asiens: Schon im August stellten Chinas Marken bei den Zulassungen in Europa einen Rekord auf. BYD baut sein Händlernetz in Deutschland und Österreich aus, Geely hat im September den Marktstart in Deutschland eingeläutet und die Schweiz gleich mitgenommen. Die Exportwelle aus den Septemberzahlen ist also kein fernes Phänomen, sie rollt direkt auf unsere Höfe zu. Analysten rechnen laut „Reuters“ damit, dass BYD im Jahr 2027 erstmals mehr als 2,5 Millionen Autos im Ausland absetzt.

Für Käufer in Deutschland und Österreich heißt das: mehr Auswahl, mehr Wettbewerb und anhaltender Preisdruck. Und für Brüssel liefert die Entwicklung neues Futter in der Zolldebatte. Denn je schwächer der Heimatmarkt, desto wichtiger wird Europa für Chinas Autoriesen.

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