Xiaomi am Nürburgring: Dieser SU7 Ultra hat eine Rechnung offen
Ohne Tarnung und mit Münchner Kennzeichen dreht ein aufgerüsteter SU7 Ultra seine Runden in der Eifel. Warum Xiaomi gerade jetzt dort übt? Eine Spurensuche.
Am Nürburgring gehört Xiaomi inzwischen fast zum Inventar. Jetzt ist in der Eifel ein SU7 Ultra aufgetaucht, der gleich doppelt auffällt: Der Testwagen verzichtet komplett auf Tarnfolie und trägt ein Münchner Kennzeichen. Wie das Portal „CarNewsChina“ unter Berufung auf chinesische Medien berichtet, erprobt Xiaomi dort eine überarbeitete Version seiner Über-Limousine; die Fotos des blassgelben Prototyps kursieren auf Weibo.
Mehr Flügel, mehr Abtrieb
Auffälligstes Merkmal ist ein neuer doppelstöckiger Heckflügel auf Schwanenhals-Haltern, der den bisherigen festen Carbon-Spoiler ersetzt. Ein Teil des Flügels wirkt beweglich, was auf ein aktives System hindeuten könnte, das auf Geraden den Luftwiderstand senkt. Bestätigt ist das nicht. Dazu kommen ein größerer Frontsplitter, zusätzliche Luftleitelemente am Stoßfänger, neue Seitenschweller und Entlüftungsöffnungen über den Vorderrädern. Der Lidar-Sensor auf dem Dach bleibt an Bord. Schon Mitte Oktober hatte „Carscoops“ zwei noch getarnte Prototypen mit ähnlichem Aufbau am Ring abgelichtet; auf diesen Fotos glühten die Keramikbremsen. Zur Technik schweigt Xiaomi bislang, Änderungen an Motoren, Akku oder Fahrwerk sind nicht belegt.
Zur Einordnung der aktuelle Serienstand des SU7 Ultra in China:
- Antrieb: drei Motoren, 1.138 kW (1.548 PS)
- Batterie: 93,7 kWh (CATL Qilin)
- Reichweite: 630 km nach CLTC (deutlich optimistischer als WLTP)
- Preis in China: 529.900 Yuan, umgerechnet rund 71.000 Euro
Eine Rechnung mit Porsche
Warum der Aufwand? Im April 2025 umrundete der SU7 Ultra mit Track Package die Nordschleife in 7:04,957 Minuten und sicherte sich die Bestzeit in der Klasse der elektrischen Luxusautos. Im Frühjahr 2026 holte sich Porsche den Titel zurück: Entwicklungsfahrer Lars Kern drückte den Taycan Turbo GT mit Manthey-Kit auf 6:55,533 Minuten, über neun Sekunden schneller. Dass Xiaomi nun mit sichtbar mehr Abtrieb anrückt, dürfte kein Zufall sein. Offiziell angekündigt ist eine neue Rekordjagd allerdings nicht.
Kommt der Ultra auch zu uns?
Das Münchner Kennzeichen ist mehr als eine Randnotiz: Xiaomi betreibt in München sein europäisches Entwicklungszentrum und hat den Marktstart in Europa für 2027 angekündigt, Deutschland soll den Anfang machen. Im September unterschrieben bereits acht große deutsche Händlergruppen. Chinesische Medien rechnen damit, dass die überarbeitete Ultra-Version 2027 erscheint, also genau zum geplanten Europa-Start. Ob das Topmodell dann tatsächlich nach Deutschland und Österreich kommt, lässt Xiaomi offen; auch für die Schweiz gibt es bislang keine Zusage. Sicher ist nur: Die Chinesen bereiten ihren Auftritt bei uns gründlich vor, wie zuletzt auch der Einstieg beim Batteriezulieferer Sunwoda gezeigt hat. Wer den Ultra schon mal in freier Wildbahn sehen will, braucht derzeit also vor allem eines: einen Ausflug in die Eifel.
Das könnte dich auch interessieren:
Verwendete Quellen
- CarNewsChina: New Xiaomi SU7 Ultra hits Nürburgring on Munich plates with revised track aero (Englisch)
- Carscoops: Xiaomi's Improved SU7 Ultra Could Make The Taycan Seem Slow (Englisch)
- Nürburgring: Taycan Turbo GT mit Manthey-Kit fährt neuen Rekord in 06:55,533 Minuten
- CnEVPost: Xiaomi Auto signs 1st German dealers (Englisch)
Erstellt mit KI-Unterstützung nach unseren Redaktionsrichtlinien.