Jetzt offiziell: Huaweis Aito wagt den Sprung nach Europa
Monatelang wurde gemunkelt, jetzt spricht Aito Klartext: In Paris verrät die Marke von Huawei und Seres, wann es losgeht und womit.
Seit Monaten gilt Aitos Sprung über den Kontinent als halb ausgemachte Sache, nun ist er offiziell: Auf dem Pariser Autosalon hat die Premiummarke von Huawei und Seres ihren Europastart für den Herbst 2027 angekündigt. Die EU-Typgenehmigung läuft bereits, vier SUV-Modelle stehen in der Startaufstellung.
Der Zeitpunkt der Ankündigung ist kein Zufall: Der Autosalon an der Seine öffnet in diesen Tagen seine Tore, und Chinas Marken rollen die Messe ohnehin auf. Aito zeigt dort bis zum 18. Oktober die Modelle Aito 6, 7, 8 und 9, in China als M6 bis M9 bekannt. Welche davon den Anfang in Europa machen, ließ die Marke offen.
Vier SUV, viele offene Fragen
Das Portal „CarNewsChina“ berichtet vom Pressetermin in Paris, Aito habe dort den Start für Herbst 2027 bestätigt; die EU-Gesamtfahrzeug-Typgenehmigung (WVTA) sei bereits angelaufen. Zu Märkten, Preisen und Vertrieb schweigt die Marke dagegen noch. Schon am Morgen hatte das chinesische Börsenportal „Cailian“ exklusiv über die Pläne berichtet, die Messeankündigung bestätigte den Bericht dann in Rekordzeit.
Ganz überraschend kommt der Schritt nicht. Erst vergangene Woche hatten Seres und Batterieriese CATL ihre Partnerschaft vertieft und die gemeinsame Expansion nach Europa gleich in den Vertrag geschrieben. Seit September führt Seres bei Aito zudem wieder selbst Regie, mit Huawei als Technikpartner im Rücken. Die Marke hat seit ihrem Start 2021 mehr als 1,2 Millionen Autos ausgeliefert, allein 2025 waren es laut „Reuters“ rund 420.000. Bis 2030 peilt Seres eine Million pro Jahr an: Das geht kaum ohne Export.
Kommt Aito auch nach Deutschland und Österreich?
Welche Länder zuerst an der Reihe sind, verrät Aito noch nicht. Die Typgenehmigung gilt EU-weit, der Weg nach Deutschland und Österreich stünde damit formal offen. Aito positioniert sich klar im Premiumsegment und tritt damit ausgerechnet dort an, wo BMW, Mercedes und Audi zu Hause sind und die Luft für Newcomer am dünnsten ist. Etablierte Vertriebsnetze fehlen, und die Huawei-Technik an Bord dürfte in Brüssel und Berlin nicht nur Begeisterung auslösen. Dazu kommt eine Vorgeschichte: Mutterkonzern Seres hat es unter eigenem Namen schon einmal in Europa versucht, unter anderem in Frankreich und Norwegen, und ist damit nicht vom Fleck gekommen. In der Schweiz ist die Marke bislang ebenfalls nicht vertreten. Bis zum Herbst 2027 bleibt immerhin Zeit, aus diesen Lektionen zu lernen. Wir bleiben dran.
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Verwendete Quellen
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