Batterie-Weltmarkt: Neue Zahlen zeigen, wie fest Chinas Griff ist
Frische Zahlen zum Batterie-Weltmarkt zeigen, wie dominant Chinas Zellhersteller geworden sind. Warum das auch Käufer deutscher E-Autos betrifft.
Wer über Elektroautos aus China spricht, meint meist die Marken. Die eigentliche Machtfrage entscheidet sich aber eine Ebene tiefer, bei den Batteriezellen. Die südkoreanischen Marktforscher von SNE Research haben am Freitag frische Zahlen für die Monate Januar bis August vorgelegt. Und die haben es in sich.
Weltweit wurden in diesem Zeitraum Batterien mit einer Kapazität von 844,2 Gigawattstunden in Elektroautos verbaut, ein Plus von 19,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Markt wächst also kräftig weiter. Die spannende Frage ist, wer dieses Wachstum einsammelt.
Sieben der zehn Größten kommen aus China
Marktführer CATL baut seinen Vorsprung weiter aus: 333,0 Gigawattstunden bedeuten 39,4 Prozent Marktanteil und ein Wachstum von 25,2 Prozent. Dahinter folgt BYD mit 15,1 Prozent. Zusammen stehen die beiden damit für mehr als die Hälfte aller weltweit verbauten E-Auto-Batterien.
Noch deutlicher wird das Bild beim Blick auf die gesamte Top Ten: Sieben der zehn größten Zellhersteller kommen aus China, zusammen halten sie 73,3 Prozent des Weltmarkts. Binnen Jahresfrist haben sie damit noch einmal 3,6 Prozentpunkte gutgemacht. Die chinesischen Verfolger wachsen dabei fast durchweg schneller als der Gesamtmarkt:
- CALB: 44,4 GWh, plus 32,6 Prozent
- Gotion: 41,5 GWh, plus 47,1 Prozent
- Eve Energy: 29,5 GWh, plus 53,9 Prozent
- Svolt: 22,0 GWh, plus 39,3 Prozent
- Rept: 20,3 GWh, plus 126,3 Prozent
Und die Konkurrenz? Stagniert. LG Energy Solution, die Nummer drei, legt nur um 0,9 Prozent zu und rutscht beim Marktanteil von 9,6 auf 8,1 Prozent ab. Panasonic wächst um magere 1,8 Prozent, SK On verliert als einziger Hersteller der Top Ten sogar deutlich (minus 14,5 Prozent). Die Zeiten, in denen Südkorea und Japan den Zellmarkt unter sich ausmachten, sind endgültig vorbei.
Europa boomt, und China liefert
Für uns besonders interessant ist der Blick auf die Regionen. Europa legte um 29,2 Prozent zu, deutlich stärker als Chinas Heimatmarkt mit seinen 16,9 Prozent. Nordamerika brach dagegen um 23,7 Prozent ein. Der Batterie-Boom findet derzeit also vor allem vor unserer Haustür statt.
Das Pikante daran: Von diesem Boom profitieren in erster Linie die chinesischen Hersteller. CATL fertigt längst in Thüringen und hat im September im ungarischen Debrecen die Testproduktion gestartet, unter anderem für Mercedes. Volkswagen wiederum hat sich mit gleich drei Joint Ventures eng an Gotion gebunden. Wer in Deutschland oder Österreich ein neues Elektroauto kauft, fährt also immer häufiger mit chinesischen Zellen, ganz egal, welches Logo auf der Haube sitzt.
Dazu passt ein weiterer Trend aus den Daten: Günstige LFP-Zellen machen inzwischen 57,3 Prozent aller verbauten Batterien aus. Genau bei dieser Chemie ist Chinas Vorsprung am größten, und Peking hat seiner Batterieindustrie erst kürzlich einen eigenen Masterplan verordnet. Die kurze Antwort auf die Frage, wem die Batteriezukunft gehört, lautet deshalb bis auf Weiteres: China. Zumindest, solange Europas eigene Zellprojekte nicht liefern.
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Verwendete Quellen
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