God's Eye kommt nach Europa: Dieses Modell macht den Anfang
In China steuert God's Eye Autos durch den Stadtverkehr, jetzt soll Europa folgen. Welches Modell zuerst dran ist und wo der Haken liegt.
Auf dem Pariser Autosalon hat BYD eine Ankündigung gemacht, die im Messetrubel fast unterging, es aber in sich hat: Das Fahrassistenzsystem God's Eye kommt nach Europa, und zwar inklusive der Stadtfunktion City Navigation. Den Anfang soll 2027 der Denza Z9 GT machen, der Kombi der BYD-Edelmarke, der bereits bei europäischen Händlern steht. Das berichten übereinstimmend „CarNewsChina“ und „Autoevolution“ von der Messe.
Was der Stadt-Assistent können soll
In China chauffiert God's Eye seine Passagiere schon seit 2025 durch Stadt- und Autobahnverkehr. Die Europa-Version soll laut „Autoevolution“ an roten Ampeln halten, Kreisverkehre meistern, Tempolimits automatisch einhalten, links über den Gegenverkehr abbiegen und um Falschparker herumlenken. Auch Radfahrer und Fußgänger in engen Straßen soll das System zuverlässig erkennen. Auf den Z9 GT kommen soll die Stadtfunktion per Funk-Update.
Bei aller Technik bleibt es rechtlich ein System der Stufe 2: kein Autopilot, der Mensch am Steuer trägt die Verantwortung. Eine Innenraumkamera überwacht deshalb Blickrichtung und Kopfhaltung, auch die Hände müssen ans Lenkrad.
Die Hürde sitzt in Genf
Ganz in trockenen Tüchern ist der Zeitplan nicht. Für die Stadtfunktion braucht BYD in Europa erst eine Typgenehmigung nach dem neuen UN-Regelwerk R171, und die steht noch aus. „Autoevolution“ wertet 2027 deshalb eher als Zielmarke denn als Zusage. Zum Vergleich: Auch Tesla wartet in Europa seit Jahren darauf, seine fortgeschrittenen Fahrfunktionen flächendeckend freischalten zu dürfen.
Spannend wird das Timing trotzdem, denn die Konkurrenz aus China drängt zeitgleich auf den Markt: Xpeng will sein Assistenzsystem NGP laut „CarNewsChina“ ebenfalls Anfang 2027 nach Europa bringen. Es bahnt sich also ein Wettrennen darum an, wer den ersten brauchbaren Stadt-Assistenten in deutsche Großstädte bringt.
Was heißt das für uns?
Der Z9 GT ist für BYD ohnehin das Technologie-Schaufenster: Er war bereits das erste Modell, das die hauseigene Flash-Charging-Technik nach Europa brachte. Denza selbst ist erst seit April offiziell auf dem Kontinent unterwegs und will bis Ende 2026 in mehr als 30 europäischen Ländern mit über 150 Verkaufspunkten vertreten sein. Ob die Stadtfunktion nach der Genehmigung gleich auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz freigeschaltet wird, lässt BYD bislang offen. Klar ist nur die Richtung: Die Chinesen wollen ihren Technik-Vorsprung beim assistierten Fahren jetzt auch bei uns ausspielen.
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Verwendete Quellen
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