Xpengs Europa-Ziel für 2030: Österreich wird zum Schlüssel
Der Xpeng-Chef verrät in Paris, wie groß die Europa-Pläne wirklich sind. Mittendrin: das Magna-Werk in Graz.
Xpeng-Chef He Xiaopeng hat am Pariser Autosalon die Katze aus dem Sack gelassen: Bis 2030 will sein Unternehmen eine Million Autos pro Jahr verkaufen, die Hälfte davon in Europa. Das sagte der Gründer im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „Bloomberg“. Zur Einordnung: Eine halbe Million Autos jährlich wäre mehr, als Ford (gut 426.000) oder Opel (rund 400.000) zuletzt in einem Jahr in Europa absetzten.
Das Nadelöhr steht in Graz
Interessant wird es bei der Frage, wo all diese Autos herkommen sollen. Als kritischsten Engpass in Europa nennt He nämlich nicht die Nachfrage, sondern die Produktionskapazität. Deshalb spricht Xpeng laut dem Bericht mit dem Auftragsfertiger Magna über einen Ausbau der Fertigung in Österreich und prüft parallel weitere Produktionsmöglichkeiten in Europa. Zu Umfang, Standorten oder konkreten Zusagen schweigt das Unternehmen bislang.
Magna baut seit September 2025 in Graz die Modelle G6, G9 und P7+ für den europäischen Markt. Als viertes Modell kommt gerade das neue Flaggschiff G9L dazu: Anfang Oktober hat es die erste Fertigungserprobung in Graz abgeschlossen, seit Montag ist es ab 74.600 Euro bestellbar.
Volkswagen als Vorbild, ausgerechnet
He will das Europa-Geschäft dauerhaft auf lokale Fertigung stellen statt auf Importe aus China. Als Vorbild nennt er dabei Volkswagen und dessen jahrzehntelanges Engagement in China, nur eben in umgekehrter Richtung. Die Pointe daran: VW ist an Xpeng beteiligt und Technologiepartner der Chinesen.
Wie weit ist der Weg?
Die aktuellen Zahlen zeigen die Dimension der Aufgabe. Im September lieferte Xpeng erstmals mehr als 10.000 Autos in einem Monat außerhalb Chinas aus, exakt 10.055 und damit doppelt so viele wie vor einem Jahr. Nach neun Monaten stehen 59.479 Auslandsauslieferungen, rund ein Fünftel des Gesamtabsatzes. In Europa hat die Marke seit ihrem Start 2020 in Norwegen insgesamt gut 60.000 Autos verkauft. Zwischen diesem Stand und einer halben Million pro Jahr klafft also noch eine gewaltige Lücke.
Dazu passt, dass He schon im Februar intern eine Million Auslandsverkäufe bis 2030 ausgerufen hatte, damals als reines Übersee-Ziel. Die Zielmarken verschieben sich, die Richtung bleibt: Xpeng setzt voll aufs Ausland, auch weil die Gesamtauslieferungen zuletzt um gut 9 Prozent zurückgingen.
Was heißt das für uns?
Für Österreich ist die Nachricht ein Ritterschlag: Graz ist Xpengs einziger Produktionsstandort in Europa, und ein Ausbau würde den Standort langfristig absichern. In Deutschland baut Xpeng derweil das Händlernetz aus, zuletzt mit dem Branchenriesen Emil Frey. Für Käufer im deutschsprachigen Raum hat die Strategie einen handfesten Vorteil: G6, G9 und P7+ laufen für Europa bereits in der Steiermark vom Band, mit entsprechend kurzen Wegen und ohne Zollrisiko. Ob aus den Magna-Gesprächen mehr wird, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen.
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Verwendete Quellen
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