Xpeng G9L: Das neue Flaggschiff ist ein halber Österreicher
Xpengs neues Flaggschiff-SUV läuft überraschend nah bei uns vom Band. Warum das für Deutschland und Österreich eine gute Nachricht ist.
Wenn Xpeng am Montag auf dem Pariser Autosalon sein neues Flaggschiff-SUV G9L enthüllt, steht da kein reines China-Auto auf der Bühne. Das erste in Europa gebaute Exemplar ist Anfang Oktober bei Magna in Graz vom Band gerollt: Der G9L ist damit bereits das vierte Xpeng-Modell aus der Steiermark.
Vier Modelle, ein Jahr, ein Werk
Am 7. Oktober hat der G9L nach Angaben von Xpeng die erste Probeproduktion im Magna-Werk Graz abgeschlossen. Das Timing ist kein Zufall: Fast genau ein Jahr zuvor, im September 2025, war dort die Fertigung der Modelle G6 und G9 angelaufen, Anfang 2026 folgte der P7+. Magna ist Xpengs erster Fertigungspartner in Europa. Das Werk gehört dabei nicht den Chinesen selbst: Der Auftragsfertiger übernimmt, was er seit Jahrzehnten für Premiumhersteller erledigt, nämlich den kompletten Fahrzeugbau.
Auf eigener Achse zur Weltpremiere
Der Vorserien-G9L aus Graz soll nun die 1.324 Kilometer bis nach Paris auf eigener Achse zurücklegen. Xpeng will unterwegs Laden, Sicherheit und Fahrverhalten unter Alltagsbedingungen prüfen, quasi als öffentliche Generalprobe. Die Weltpremiere steigt am 12. Oktober auf dem Autosalon in Paris, wo Xpeng auch die Bestellbücher öffnen will. Langfristig soll das SUV in 64 Länder und Regionen rollen.
In China ist der G9L bereits seit dem 17. September auf dem Markt. Die Eckdaten:
- Karosserie: fünfsitziges Flaggschiff-SUV
- Antrieb: wahlweise vollelektrisch oder mit Range Extender
- Einstiegspreis in China: umgerechnet rund 30.900 Euro (231.800 Yuan, Aktionspreis zum Marktstart)
- Fahrwerk: Zweikammer-Luftfederung, adaptive Dämpfer und eine Hinterachslenkung mit laut Hersteller bis zu 15 Grad Einschlag
Was heißt das für Deutschland und Österreich?
Für den DACH-Raum ist die Meldung aus zwei Gründen interessant. Erstens wirtschaftlich: Mit dem G9L sichert sich das Magna-Werk in Graz das nächste Modell einer der ambitioniertesten China-Marken, gebaut wird Xpengs Topmodell damit künftig in Österreich. Zweitens praktisch: In Graz gefertigte Autos fallen nicht unter die EU-Zusatzzölle auf Elektroautos aus China, was Xpeng beim Preis Spielraum verschafft. Wie viel davon ankommt, ist offen: Europäische Preise und ein Liefertermin für Deutschland und Österreich stehen noch aus, beides dürfte Xpeng in Paris verraten.
Fest steht: Die Marke drückt bei uns aufs Tempo. Erst Anfang Oktober holte sie sich mit Emil Frey einen der größten Autohändler Deutschlands als Partner. In Europa haben die Chinesen nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 60.000 Autos ausgeliefert, weltweit außerhalb Chinas über 100.000. Der G9L aus Graz soll das Tempo weiter erhöhen: Ob ihm das gelingt, entscheidet sich ab Montag in Paris.
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Verwendete Quellen
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