Xiaomi Sky Nomad: Eine riskante Wette zahlt sich aus
Chinas Range-Extender-Markt schrumpft, doch Xiaomi stürzt sich mit dem Sky Nomad mitten hinein. Die Zahlen des ersten Monats sprechen eine deutliche Sprache.
Einen Monat nach dem Verkaufsstart seiner ersten Range-Extender-Baureihe meldet Xiaomi eine Zahl, die in China für Gesprächsstoff sorgt: Mehr als 70.000 Festbestellungen sind für die SUV-Familie Sky Nomad zwischen dem 7. September und dem 7. Oktober eingegangen, wie der Konzern auf Weibo mitteilte. Festbestellung heißt: Die Konfiguration ist verbindlich fixiert. Schon vier Minuten nach der Preisbekanntgabe hatte Xiaomi die ersten 10.000 dieser Bestellungen gezählt.
Vier Modelle, ein Benziner als Reserve
Der Sky Nomad (in China läuft die Baureihe unter dem Namen Pengcheng) ist nach der Limousine SU7 und dem SUV YU7 Xiaomis dritte Modellfamilie und die erste mit Range Extender: Ein 1,5-Liter-Turbobenziner dient an Bord ausschließlich als Stromerzeuger, angetrieben wird immer elektrisch. Vier Varianten stehen zur Wahl:
- N70 Pro (5 Sitze, Frontantrieb, 210 kW): 52-kWh-LFP-Akku, 351 km elektrische Reichweite, rund 27.800 Euro (209.900 Yuan)
- N70 Max (5 Sitze, Allrad, 310 kW): 76-kWh-Akku, 505 km elektrisch, rund 31.800 Euro (239.900 Yuan)
- N90 Max (7 Sitze, Allrad, 310 kW): 76-kWh-Akku, 464 km elektrisch, bis zu 1.705 km Gesamtreichweite, rund 35.700 Euro (269.900 Yuan)
- N90 Max Explorer (5 Sitze, Camping-Variante mit Aufstelldach): rund 39.700 Euro (299.900 Yuan)
Alle Reichweiten sind Werte nach der chinesischen CLTC-Norm, die deutlich optimistischer ausfällt als das europäische WLTP-Verfahren. Flott laden können alle Varianten: von 20 auf 80 Prozent in bestenfalls 18 Minuten.
Ausgerechnet in einem schrumpfenden Markt
Das eigentliche Kunststück: Xiaomi feiert diesen Start in einem Segment, das gerade kräftig verliert. Chinas Markt für Range-Extender-Autos schrumpfte von Januar bis August um knapp 16 Prozent auf 616.000 Fahrzeuge, wie aus Daten des Branchenverbands CPCA hervorgeht. Firmenchef Lei Jun hatte den Einstieg trotzdem gewagt, mit Verweis auf Li Auto: Gut gemachte Range Extender, so sein Argument, finden ihre Käufer.
Zur Ehrlichkeit gehört auch: Bestellt ist nicht geliefert. Am Stichtag 7. Oktober liefen die Startkonditionen aus, was der Zahl zum Schluss einen kräftigen Schub gegeben haben dürfte. Und künftig will Xiaomi nach den Worten von Vizepräsident Li Xiaoshuang nur noch die Bestellungen der ersten Welle und des ersten Verkaufsmonats offenlegen, danach herrscht Funkstille. Immerhin: Über 10.000 Sky Nomad hat Xiaomi laut Lei Jun bereits im September ausgeliefert, der Konzern knackte damit erstmals die Marke von 40.000 Auslieferungen in einem Monat. Für das Jahresziel von 550.000 Autos muss das Tempo dennoch weiter steigen, nach neun Monaten steht der Zähler bei gut 286.000 Fahrzeugen.
Kommt der Sky Nomad auch zu uns?
Xiaomi hat den Europastart für 2027 angekündigt und dafür bereits Absichtserklärungen mit acht großen deutschen Händlergruppen unterzeichnet. Welche Modelle den Anfang machen, verrät der Konzern allerdings noch nicht; ob die Range-Extender-Familie den Sprung nach Deutschland und Österreich schafft, ist damit offen. Auch in der Schweiz ist die Marke bislang nicht vertreten. Bis es so weit ist, bleibt der Sky Nomad vor allem ein Schaufenster dafür, wie schnell Xiaomi gelernt hat, Autos zu bauen, die Chinas Familien wirklich wollen. Dass der Konzern parallel am Markenmythos arbeitet, zeigte er zuletzt mit dem virtuellen Rennwagen Vision GT.
Das könnte dich auch interessieren:
Verwendete Quellen
- CnEVPost: Xiaomi Sky Nomad tops 70,000 locked-in orders, bolstering EREV push (Englisch)
- CarNewsChina: Xiaomi's Skynomad series reported 70,000 firm orders in first month (Englisch)
- Sina: 小米澎程系列锁单超7万台是如何做到的 (Chinesisch)
- Gasgoo: Xiaomi EV Signs First German Dealers, Officially Entering Europe in 2027 (Englisch)
- CnEVPost: Xiaomi launches Sky Nomad SUVs, entering EREV market to boost deliveries (Englisch)
Erstellt mit KI-Unterstützung nach unseren Redaktionsrichtlinien.