BYD-Quartalszahlen: Die Wende hat ihren Preis

BYD meldet sich mit Wachstum zurück, Geely feiert gleich ein Rekordquartal. Doch in der BYD-Bilanz steckt ein Detail, das Fragen aufwirft.

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Blauer BYD Sealion 7 fährt auf einer Stadtstraße
Mit Modellen wie dem Sealion 7 wächst BYD kräftig im Ausland | Bild: BYD

Lange musste BYD auf so einen Bericht warten: Im dritten Quartal ist der Umsatz des Konzerns erstmals nach vier rückläufigen Quartalen wieder gewachsen, und der Gewinn legte gleich zweistellig zu. Möglich macht das ausgerechnet das Geschäft fernab der Heimat. Doch wer die am Donnerstag vorgelegten Zahlen genauer liest, findet neben der Erfolgsgeschichte auch eine zweite, deutlich unbequemere.

Der Export rettet das Quartal

Zuerst die Kernzahlen aus dem Bericht für das dritte Quartal:

  • Umsatz: 221,5 Milliarden Yuan (rund 29,8 Milliarden Euro), plus 13,6 Prozent
  • Nettogewinn: 10,0 Milliarden Yuan (rund 1,35 Milliarden Euro), plus 28,1 Prozent und damit der beste Quartalsgewinn seit Ende 2024
  • Auslieferungen: 1.323.065 Fahrzeuge, plus 18,7 Prozent
  • Davon ins Ausland: 550.704 Fahrzeuge, plus 137 Prozent

Das Muster dahinter ist eindeutig. In China, wo der Preiskrieg weitertobt, setzte BYD rund zwölf Prozent weniger Autos ab als vor einem Jahr. Dass unter dem Strich trotzdem ein dickes Plus steht, verdanken die Chinesen dem Ausland: 42 Prozent aller verkauften Fahrzeuge gingen im dritten Quartal in den Export. Nach neun Monaten stehen 1,34 Millionen Auslandsverkäufe in mehr als 120 Ländern zu Buche, ein Plus von 91 Prozent. Schon im ersten Halbjahr stammte erstmals mehr als die Hälfte des Umsatzes von außerhalb Chinas.

Wo der Haken liegt

Die Börse hatte allerdings mit mehr gerechnet: Von „Reuters“ befragte Broker erwarteten 11,4 bis 12,95 Milliarden Yuan Gewinn. Und die Bilanz zeigt, wie teuer die Expansion erkauft ist. Die Lagerbestände sind seit Jahresende um 60 Prozent auf 221,6 Milliarden Yuan angeschwollen, die ausstehenden Forderungen um gut 50 Prozent, und BYD schreibt bereits mehr Geld auf unverkaufte Ware ab. Auf Neun-Monats-Sicht liegt der Gewinn mit 22,3 Milliarden Yuan (rund 3,0 Milliarden Euro) zudem weiter gut vier Prozent unter dem Vorjahr. Analyst Felipe Munoz erwartet deshalb, dass die kommenden Quartale für BYD härter werden, weil die Konkurrenz nun auch in den Exportmärkten wächst.

Geely legt noch einen drauf

Wie gut sich mit dem Export gerade Geld verdienen lässt, zeigte am selben Tag Rivale Geely. Der Konzern meldet für das dritte Quartal 99 Milliarden Yuan Umsatz (rund 13,3 Milliarden Euro, plus 10 Prozent) und einen Kerngewinn von 5,2 Milliarden Yuan (rund 700 Millionen Euro, plus 32 Prozent), beides Bestwerte für ein drittes Quartal. Die Exporte schossen in den ersten neun Monaten um 169 Prozent auf knapp 800.000 Fahrzeuge nach oben, und die Premium-Tochter Zeekr steuert inzwischen fast ein Drittel des Konzernumsatzes bei. Während der Heimatmarkt schwächelt, fahren Chinas Großkonzerne ihre Gewinne also zunehmend im Rest der Welt ein.

Was heißt das für uns?

Für Deutschland und Österreich bedeuten diese Zahlen vor allem eines: Der Preisdruck bleibt. BYDs Exportoffensive läuft zu einem guten Teil über Europa, wie zuletzt die Zulassungszahlen zeigten, und das ungarische Werk in Szeged soll die Autos für unsere Märkte künftig lokal bauen. Die prall gefüllten Lager sprechen eher für weitere Preisaktionen als für Zurückhaltung. Risiken sehen die Chinesen weniger bei den Kunden als in der Politik: Vize-Chefin Stella Li nannte die Geopolitik die größte Herausforderung für das internationale Wachstum, und laut „Reuters“ könnten in der EU neue Beschränkungen für Hybrid-Importe drohen, die BYD als einen der größten Hybrid-Exporteure treffen würden. Für Käufer im deutschsprachigen Raum dürfte der Kampf um Marktanteile damit vorerst bleiben, was er ist: ein Fest.

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