BYD ruft in China über 183.000 Tang und Qin zurück

BYD muss in China 183.211 Fahrzeuge der Baureihen Tang und Qin zurückrufen. Ein Anschlagpuffer am Bremspedal kann reißen, dann leuchten die Bremsleuchten dauerhaft. Für Kunden in Deutschland und Österreich hat der Rückruf keine Folgen.

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Grauer BYD Tang steht vor einem modernen Betongebäude
Der BYD Tang in der aktuellen Europa-Version: In China ruft BYD ältere Tang- und Qin-Baujahre zurück | Bild: BYD

BYD muss in China ordentlich nacharbeiten: 183.211 Fahrzeuge der Baureihen Tang und Qin müssen in die Werkstätten. Das geht aus einem Rückruf hervor, den der Konzern am 18. September bei der chinesischen Marktaufsicht SAMR eingereicht hat. Der Grund klingt unspektakulär, ist aber sicherheitsrelevant: Ein Anschlagpuffer am Bremspedal kann mit den Jahren reißen.

Ein Gummipolster mit Folgen

Konkret geht es um das Begrenzungspolster am Bremspedal, das in bestimmten Chargen aus fehlerhaftem Material gefertigt wurde. Nach langer Nutzung kann das Teil brechen oder sich lösen. Die Folge: Die Bremsleuchten brennen dauerhaft, obwohl niemand auf der Bremse steht. Der nachfolgende Verkehr bekommt damit ein falsches Signal, was das Risiko von Auffahrunfällen erhöht.

Betroffen sind vier Fahrzeuggruppen aus den Baujahren 2014 bis 2022, quer durch alle Antriebsarten vom Verbrenner über Plug-in-Hybride bis zum reinen Elektroauto:

  • Tang (erste Generation): 58.026 Fahrzeuge, gebaut von März 2015 bis Dezember 2018
  • Tang DM: 77.846 Fahrzeuge, Mai 2018 bis Januar 2022
  • Tang EV: 7.023 Fahrzeuge, Dezember 2018 bis Oktober 2021
  • Qin: 40.316 Fahrzeuge, Juni 2014 bis Juni 2019

Die Händler tauschen das Polster kostenlos gegen eine verbesserte Version aus. Wer das Teil bereits bei einer früheren Reparatur ersetzt bekommen hat, muss nichts unternehmen.

Was heißt das für Deutschland und Österreich?

Die kurze Antwort: nichts. Der Rückruf gilt für den chinesischen Markt. Die betroffenen Fahrzeuge liefen allesamt in China vom Band, bevor BYD den Marktstart in Deutschland und Österreich überhaupt vollzogen hatte. Der Tang, den BYD später auch nach Europa brachte, stammt aus einer neueren Generation außerhalb der betroffenen Produktionszeiträume.

Bleibt die Einordnung: Ein Rückruf über 183.000 Fahrzeuge quer durch acht Baujahre zeigt, dass auch beim chinesischen Branchenprimus nicht immer alles fehlerfrei läuft. Zugleich gehört ein solcher Schritt zum normalen Handwerk eines Großherstellers, Panik ist also fehl am Platz. BYD baut sein Geschäft hierzulande unterdessen munter weiter aus und hat erst gerade den Atto 2 aufgefrischt.

Randnotiz aus der gleichen Meldung: Parallel wurde in China auch ein Mini-Rückruf bei Firefly bekannt, der Kleinwagen-Marke von NIO. Dort geht es um 686 Fahrzeuge mit einem Defekt im Lenksystem.

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