Omoda-Achsproblem: Jetzt zieht Chery auch in China die Reißleine

Der Achsskandal um den Omoda 5 erreicht Chinas Heimatmarkt. Wie weit der Rückruf reicht und was das für Deutschland und Österreich heißt.

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Weißer Omoda 5 bei einer Präsentation auf einer dunklen Bühne
Der rundum erneuerte Omoda 5 bei seiner Premiere: Der Rückruf in China betrifft ältere Baujahre und eine inzwischen eingestellte Bauform. | Bild: Omoda & Jaecoo

Der Achsskandal um den Omoda 5 hat Chery jetzt auch daheim eingeholt. Der Konzern ruft in China 53.882 Fahrzeuge der Baureihen Tiggo 5x und Omoda zurück, wie die chinesische Marktaufsicht SAMR am Freitag mitteilte. Es ist die direkte Folge jener Pannenserie in Malaysia, die Chinas größten Autoexporteur seit Wochen beschäftigt.

Schweißnähte an der Hinterachse

Betroffen sind Fahrzeuge aus der Produktion zwischen dem 6. Juni 2022 und dem 31. Dezember 2023. Laut der Rückrufmitteilung kann die Schweißverbindung zwischen Längslenker und Hülse der Hinterachse mangelhaft ausgeführt sein. Im Extremfall versagt die Naht, die Verbindung löst sich, und das Rad gerät außer Kontrolle. Genau dieses Szenario ist in Malaysia bereits mehrfach Realität geworden.

Ab dem 27. November bittet Chery die Halter in die Werkstätten. Dort wird kostenlos der Produktionscode der Hinterachse geprüft: Stammt das Bauteil aus einer fehlerhaften Charge, tauscht der Hersteller die komplette Achse aus. Die Besitzer werden per SMS und Einschreiben benachrichtigt.

Die Vorgeschichte: Achsbruch bei voller Fahrt

Auslöser der Affäre war ein Vorfall am 6. Oktober: In Malaysia verlor ein Omoda 5 des Baujahrs 2023 während der Fahrt die komplette Hinterachse. Die dortige Verkehrsbehörde setzte die Typgenehmigung des Modells aus, Chery rief 8.878 Fahrzeuge zurück, und Konzernchef Yin Tongyue entschuldigte sich öffentlich. Bereits am 11. Oktober kündigte der Hersteller zudem eine Sonderprüfung baugleicher Fahrzeuge in China und weiteren Märkten an. Der jetzige Rückruf in China schließt daran an.

Bemerkenswert ist die Dimension: In China stehen gut sechsmal so viele Autos auf der Liste wie in Malaysia. Pikant ist auch ein anderes Detail. Der Omoda 5 war auf dem Heimatmarkt nie ein Erfolg: Nach Angaben von „CnEVPost“ verkaufte sich das SUV in China ab 2023 nur noch unter 1.000 Mal pro Monat und flog dort aus dem Programm; gebaut wurde es vor allem für den Export.

Was heißt das für Deutschland und Österreich?

Für hiesige Kunden gibt es eine beruhigende Nachricht. Der Rückruf gilt ausschließlich für China, und die betroffene Produktionsphase endete am 31. Dezember 2023. Omoda und Jaecoo sind in Deutschland aber erst seit Oktober 2025 am Markt, in Österreich seit November 2025: Die hierzulande ausgelieferten Fahrzeuge stammen also aus deutlich jüngerer Produktion. Die vom Achsproblem betroffene Bauform wird laut Chery ohnehin nicht mehr gefertigt. Ein Rückruf in Europa ist bislang nicht bekannt.

Fürs Image kommt die Debatte trotzdem zur Unzeit. Chery steckt mitten im Europa-Aufbau und wirbt bei uns um Vertrauen in eine noch junge Marke. Immerhin wickelt der Konzern den Fall bislang lehrbuchmäßig ab: mit öffentlicher Entschuldigung, Behörden-Audit in Malaysia und nun dem Rückruf im eigenen Land. Ob das genügt, dürfte sich daran entscheiden, ob weitere Fälle auftauchen.

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