Yangwang U9 Xtreme: Nach dem Crash kommt der Wüsten-Coup

Erst das Wrack, jetzt der Triumph: In Abu Dhabi hat der U9 Xtreme Geschichte geschrieben. Wie schnell er wirklich war und warum ein Fragezeichen bleibt.

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Roter Yangwang U9 Xtreme mit Startnummer 01 fährt bei seiner Rekordfahrt durch die Wüste von Abu Dhabi
Der Yangwang U9 Xtreme bei der Rekordfahrt in Abu Dhabi | Bild: Yangwang

Was für eine Woche für Yangwang: Am Montag gingen noch Bilder eines zertrümmerten U9 Xtreme um die Welt, jetzt verkündet BYDs Luxusmarke den ganz großen Wurf. 503,17 km/h hat das Hypercar bei einer Hochgeschwindigkeitsfahrt auf einer abgesperrten öffentlichen Straße in Abu Dhabi erreicht. Kein Serienauto war je schneller.

Der entthronte Rekordhalter? Derselbe Wagen. Im September 2025 hatte der deutsche Rennfahrer Marc Basseng im emsländischen Papenburg 496,22 km/h aufgestellt, nun legt der U9 Xtreme noch einmal 6,95 km/h drauf. Wie die Portale „CnEVPost“ und „CarNewsChina“ übereinstimmend berichten, lief die Rekordjagd in der Wüste seit dem 1. November, am Freitag machte Yangwang die neue Bestmarke offiziell.

Rekord unter erschwerten Bedingungen

Anders als in Papenburg fiel die Marke diesmal nicht auf einem klinisch sauberen Testgelände, sondern auf offener Straße: Hitze, Seitenwind und Wüstenstaub inklusive. Ein Sternchen bleibt trotzdem. Die Zahl stammt bislang aus Yangwangs eigener Mitteilung, eine unabhängige Bestätigung durch eine Rekordinstanz steht noch aus.

Pikant ist das Timing: Erst Anfang der Woche hatten Aufnahmen für Aufsehen gesorgt, die zeigen, wie ein U9 Xtreme bei Abstimmungsfahrten in China mit mehr als 400 km/h verunglückt war. Der Fahrer blieb unverletzt, das Team machte weiter, und wie sich jetzt zeigt, hat sich die Sturheit gelohnt.

Das Datenblatt bleibt absurd

  • Vier Motoren mit je 555 kW, zusammen 2.220 kW (über 3.000 PS)
  • Motordrehzahl bis 30.000 Umdrehungen pro Minute
  • 1.200-Volt-Plattform, laut Yangwang die erste in Serie
  • Track-Version der Blade-Batterie mit 30C-Entladerate
  • Semi-Slick-Reifen, eigens für Tempo 500 entwickelt
  • DiSus-X-Fahrwerk und Titan-Karbon-Keramik-Bremsen

Mehr als 30 Exemplare wird es übrigens nie geben: Auf diese Stückzahl ist der U9 Xtreme limitiert, bei einem Preis von über 20 Millionen Yuan, umgerechnet rund 2,6 Millionen Euro. Nebenbei hält der Wagen mit 6:59,157 Minuten auch die Nordschleifen-Bestzeit für elektrische Serienautos, als erstes E-Auto unter sieben Minuten.

Und was haben wir davon?

Kaufen kann den Rekordwagen in Deutschland oder Österreich niemand, und genau darum geht es auch nicht. Der Rekord ist Markenpflege mit Ansage: BYD will zeigen, dass die technologische Messlatte inzwischen in Shenzhen liegt und nicht mehr in Molsheim. Technik wie die 1.200-Volt-Architektur und die hochbelastbare Blade-Batterie dürfte früher oder später in bezahlbaren Großserienmodellen landen, und die verkauft BYD bei uns längst, vom Atto 2 bis zum Sealion 7. Ein kleiner Trost bleibt dem Autoland Deutschland: Auch der Rekord, der jetzt fiel, wurde auf deutschem Boden aufgestellt.

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Update, 08.11.2026: Die unabhängige Bestätigung ist inzwischen da: Laut BYDs britischem Newsroom sichert sich der U9 Xtreme zwei Guinness-Weltrekorde (höchste Geschwindigkeit eines Serienautos sowie eines elektrischen Serienautos bei einer Fahrt in nur eine Richtung), zudem hat die FIA die 503,17 km/h offiziell anerkannt. Gefahren wurde die Bestmarke demnach am 1. November auf der Schnellstraße E11 in der Region Al Dhafra, am Steuer saß erneut Marc Basseng, der schon den Papenburg-Rekord aufgestellt hatte.

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