Yangwang U9 Xtreme: Rekordjäger crasht bei über 400 km/h
Beim Hochgeschwindigkeitstest in China endet die Fahrt von BYDs Rekord-Hypercar in der Begrenzung. Doch die eigentliche Geschichte beginnt erst danach.
Bei Hochgeschwindigkeitstests auf einem abgesperrten Gelände in China ist ein Yangwang U9 Xtreme mit mehr als 400 km/h verunglückt. Das Hypercar von BYDs Luxusmarke schlug in die Begrenzung ein und wurde schwer beschädigt, der Fahrer stieg aus eigener Kraft aus. Und das Team? Machte einfach weiter.
Am Montag veröffentlichte Aufnahmen zeigen das Wrack: Die Frontpartie ist weitgehend zerstört, eine der Schmetterlingstüren aufgerissen, die Karosserie an mehreren Stellen geborsten. Wie das Portal „CarNewsChina“ berichtet, passierte der Unfall offenbar bei Abstimmungsfahrten für den nächsten großen Coup: den Anlauf auf die 500 km/h. Wo genau getestet wurde, ist nicht bekannt, auch den Namen des Fahrers nennt BYD nicht.
Über 111 Meter pro Sekunde, und der Fahrer steigt selbst aus
Mehr als 400 km/h bedeuten über 111 Meter pro Sekunde. Dass ein Unfall bei diesem Tempo glimpflich ausgeht, ist alles andere als selbstverständlich. Nach übereinstimmenden chinesischen Berichten, etwa von „Sina“ und „ifeng“, blieb die Fahrgastzelle intakt, die Batterie fing kein Feuer, und der Fahrer kam nach gründlicher Untersuchung ohne ernsthafte Verletzungen davon. Chinesische Medien führen das auf die Karbon-Monocoque-Zelle des U9 Xtreme zurück, die das Cockpit wie ein Käfig schützt.
457,89 km/h: Das Team antwortet auf seine Weise
Statt die Erprobung abzubrechen, analysierte die Mannschaft den Unfall, justierte nach und schickte den U9 Xtreme erneut auf die Bahn. Das Ergebnis: 457,89 km/h, nach chinesischen Berichten die höchste jemals in China gefahrene Geschwindigkeit. Der Weltrekord für Serienautos bleibt davon unberührt, er steht seit September 2025 bei 496,22 km/h. Aufgestellt hat ihn der deutsche Rennfahrer Marc Basseng, und zwar nicht irgendwo, sondern im emsländischen Papenburg.
Das Datenblatt des Rekordjägers liest sich auch ein Jahr später noch absurd:
- Antrieb: vier E-Motoren mit bis zu 30.000 U/min, zusammen über 3.000 PS
- Bordnetz: 1.200-Volt-Architektur
- Batterie: LFP-Blade-Akku mit extremer 30C-Entladerate
- Auflage: auf 30 Exemplare limitiert
- Weltrekord: 496,22 km/h, offiziell zertifiziert in Papenburg
Schafft BYD die 500 km/h noch in diesem Monat?
Der Crash kommt zur Unzeit. BYD-Vizechefin Stella Li hatte angekündigt, der U9 Xtreme werde noch im November in Dubai die Marke von 500 km/h angreifen, erstmals auf einer Straße statt auf einem Testgelände. Gesucht wird dafür laut Li ein rund 15 Kilometer langer Abschnitt, eine konkrete Strecke oder ein Termin sind bislang nicht bestätigt. Ob der Zeitplan nach dem Unfall hält? Dazu schweigt der Konzern bislang.
Warum uns das trotzdem betrifft
Kaufen kann den U9 Xtreme in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ohnehin kaum jemand, die Kleinserie von 30 Stück dürfte nie regulär zu uns kommen. Trotzdem spielt ein Teil dieser Geschichte bei uns: Seine Rekorde fährt BYD bevorzugt auf deutschem Boden ein, vom Hochgeschwindigkeitsoval in Papenburg bis zur Nordschleife, auf der die Bremssoftware des U9 Xtreme abgestimmt wurde. Die Botschaft an die hiesige Kundschaft ist klar: Wer Atto, Seal oder Dolphin fährt, soll wissen, dass derselbe Konzern auch das schnellste Serienauto der Welt baut. Wie ernst chinesische Hersteller solche Prestige-Duelle nehmen, zeigt auch Xiaomis Dauergastspiel am Nürburgring.
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Verwendete Quellen
- BYD-Pressemitteilung: Yangwang U9 Xtreme ist das schnellste Serienauto der Welt (Englisch)
- CarNewsChina: BYD's 3 million USD supercar Yangwang U9 Xtreme crashed in China (Englisch)
- ifeng Auto: U9X fährt nach Unfall bei Tests 457,89 km/h (Chinesisch)
- Sina Tech: Heftiger Einschlag bei über 400 km/h, Fahrer unverletzt (Chinesisch)
- CarNewsChina: Why Dubai has entered the Yangwang U9 Xtreme's 500 km/h record attempt (Englisch)
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