Geely holt Google ins Cockpit: Was der Deal für uns bedeutet

Die Geely-Gruppe holt Google-Dienste in ihre Exportmodelle. Welche Marken zuerst dran sind, wann es losgeht und was dahintersteckt.

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Ein kupferfarbener Lynk & Co 08 fährt frontal auf einer Stadtstraße
Der Lynk & Co 08: Modelle der Geely-Gruppe sollen künftig mit Google-Diensten ab Werk fahren | Bild: Lynk & Co

Die Geely-Gruppe, Mutter von Marken wie Lynk & Co, Zeekr und Volvo, hat am Freitag eine globale Partnerschaft mit Google verkündet. Exportmodelle des Konzerns bekommen künftig Google-Dienste ab Werk: den KI-Assistenten Gemini, Google Maps und den Play Store. Das erste Modell damit soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 auf den Markt kommen.

Gemini, Maps und Play Store ab Werk

Konkret integriert Geely die sogenannten Google Automotive Services in geeignete Modelle für Überseemärkte. Dazu gehören Sprachsteuerung, Navigation, Apps und die Vernetzung über mehrere Geräte hinweg. Den Anfang machen laut dem Portal „CnEVPost“ die Marken Geely, Lynk & Co, Proton, Riddara und Smart, weitere sollen schrittweise folgen. Die Dienste kommen in Märkte außerhalb Chinas und der USA, in denen Google verfügbar ist. Welche Modelle den Auftakt machen, verrät der Konzern noch nicht; der Start hängt laut Mitteilung von Zulassungen und Marktreife ab.

Geelys Technikchef Shen Yuan betont, es gehe nicht darum, noch mehr Technik ins Auto zu stopfen, sondern die Bedienung einfacher zu machen. Google-Manager Haris Ramic verspricht Apps, Navigation und einen persönlichen KI-Assistenten direkt im Armaturenbrett.

Warum das mehr ist als eine Fußnote

Software gilt als Achillesferse vieler China-Importe in Europa: holprige Übersetzungen, fehlende Apps, Sprachassistenten, die kein Deutsch verstehen. Genau an dieser Stelle setzt der Deal an. Neu erfunden hat Geely das Rezept übrigens nicht: Der Polestar 2 fährt bereits seit 2020 mit eingebauten Google-Diensten. Jetzt wird aus dem Einzelfall Konzernstrategie.

Die Partnerschaft passt zu Geelys Exportoffensive: Die börsennotierte Tochter Geely Auto hob ihr Exportziel für 2026 im August von 640.000 auf 920.000 Fahrzeuge an. Bis 2030 will die Holding 6,5 Millionen Autos pro Jahr verkaufen, mehr als ein Drittel davon außerhalb Chinas.

Was heißt das für Deutschland und Österreich?

Lynk & Co ist im deutschsprachigen Raum bereits aktiv und hat gerade erst den 07 GT nach Paris gebracht. Smart, das Gemeinschaftsunternehmen von Geely und Mercedes, verkauft ohnehin vor allem in Europa. Spannend ist die Frage, ob auch Zeekr nachzieht: Die Marke ist in Deutschland schon am Start, taucht in der ersten Markenliste aber nicht auf.

Für Käufer ist die Richtung jedenfalls klar: Wer ab Ende 2027 einen Stromer aus dem Geely-Reich bestellt, bekommt ein Infotainment, das sich anfühlen soll wie das eigene Smartphone. Ob das reicht, um die Kundschaft hierzulande zu überzeugen, entscheidet sich im Alltag: Ankündigung und Auslieferung sind bekanntlich zwei Paar Schuhe.

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