Xpeng Mona L05: Erst die Welt, dann China

Noch vor dem Heimstart schickt Xpeng das neue Volks-SUV rund um den Globus. Und in den offiziellen Bildern steckt ein dicker Hinweis für Europa.

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Grauer Xpeng Mona L05 in der Seitenansicht vor einer Betonfassade
Der Xpeng Mona L05 soll in 65 Ländern und Regionen verkauft werden. | Bild: Xpeng

Normalerweise läuft es so: Ein chinesischer Hersteller bringt sein neues Modell zuerst daheim auf den Markt, und der Rest der Welt wartet. Xpeng dreht die Reihenfolge jetzt um. Der Mona L05, das neue Günstig-SUV der Marke, wird seit Montag in alle Welt verschifft. Der offizielle Marktstart in China folgt erst am 29. Oktober, zusammen mit einem großen Besitzertreffen namens Mona World. Verkauft werden soll das Auto nach Angaben des Herstellers in 65 Ländern und Regionen.

Auf Weibo feiert Xpeng den Schritt mit einer Serie von Postern, deren Botschaft kaum zu übersehen ist: Der L05 sei von Anfang an als Weltauto entwickelt worden, Links- und Rechtslenker entstanden parallel. Welche Märkte zuerst beliefert werden und wie viele Autos auf den Schiffen stehen, verrät der Konzern allerdings noch nicht.

660 Autos, fünf Millionen Testkilometer

Für die Weltreife schickte Xpeng nach eigenen Angaben 660 Testwagen in 25 Länder und Regionen, die zusammen mehr als fünf Millionen Kilometer abspulten. Die Beispiele, die der Hersteller dafür nennt, sind nicht zufällig gewählt: In Deutschland wurde die Geräuschdämmung bei Tempo 140 bis 180 abgestimmt, eine klare Verbeugung vor der Autobahn. Dazu kommen Hitzetests bei 50 Grad in den Emiraten, Kältetests bei minus 25 Grad in Norwegen und Lastfahrten in den Höhenlagen Mexikos.

Kommt der L05 auch zu uns?

Offiziell bestätigt ist ein Start in Deutschland oder Österreich nicht. Die Hinweise verdichten sich aber: Auf einem der Poster kündigt Xpeng an, dass der hauseigene Turing-AI-Fahrassistent ausgerechnet im L05 seine Europa-Premiere feiern soll. Als Entwicklungsziel nennt der Hersteller zudem fünf Sterne nach dem verschärften Euro-NCAP-Protokoll von 2027, neben den Pendants in China und Australien. Wer so plant, hat Europa fest auf dem Zettel, und die Jahreszahl 2027 dürfte ein Fingerzeig für den Zeitplan sein.

Bei uns verkauft Xpeng bislang nur größere Modelle, vom G6 bis zum XXL-SUV G9L, der bei Magna in Graz vom Band läuft. Der L05 würde darunter genau die Lücke füllen, in der sich VW ID.4, Skoda Elroq und BYDs Kompakt-SUVs tummeln. Die wichtigsten Eckdaten:

  • Fünfsitziges Mittelklasse-SUV, 4,87 Meter lang, 2,94 Meter Radstand
  • Elektroversionen mit bis zu 635 Kilometern Reichweite nach chinesischer CLTC-Norm (deutlich optimistischer als WLTP)
  • Version mit Range Extender: 1.310 Kilometer Gesamtreichweite
  • Vorverkaufspreise in China: 169.800 bis 191.800 Yuan, umgerechnet rund 22.600 bis 25.600 Euro

Von den China-Preisen sollte sich hierzulande niemand blenden lassen: EU-Zusatzzölle, Homologation und die übliche Europa-Ausstattung würden den Preis deutlich nach oben treiben. Selbst dann bliebe der L05 aber ein Kandidat für die Rolle des günstigsten Xpeng im Programm.

Der forsche Export passt zur Lage des Konzerns. Die Mona-Reihe hat in zwei Jahren mehr als 350.000 Auslieferungen geschafft, und Firmenchef He Xiaopeng peilt im Schlussquartal mehr als 60.000 verkaufte Autos pro Monat an. Die kurze Antwort auf die Frage, ob Xpeng es mit dem Weltauto ernst meint: ja. Offen ist nur, ob und wann wir es bestellen dürfen.

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