Blitzladen auf der Autobahn: BYD ist schneller fertig als geplant
BYD schließt sein Blitzlade-Netz auf Chinas Autobahnen Monate früher ab als geplant. Auch bei uns tut sich mehr, als viele denken.
BYD eröffnet am 24. September an der Raststätte Baoying bei Yangzhou (Provinz Jiangsu) seine 2.000ste Blitzlade-Station an Chinas Autobahnen. Damit ist der Autobahn-Teil des sogenannten Flash-Charging-Netzes komplett, und zwar rund drei Monate früher als angekündigt: Ursprünglich hatte der Konzern das Jahresende als Ziel ausgegeben.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. In China stehen mit dem Mittherbstfest und der Goldenen Woche Anfang Oktober die größten Reisewellen des Jahres an, und volle Ladeparks an Raststätten sind dort ein Dauerthema. Die 2.000 Stationen decken nach BYD-Angaben knapp ein Drittel aller Autobahn-Rastanlagen des Landes ab, im Schnitt liegt gut alle 100 Kilometer eine Station.
1.500 kW pro Ladepunkt, offen für alle Marken
Technisch fährt BYD schweres Geschütz auf. Die Ladesäulen der zweiten Generation liefern bis zu 1.500 kW pro Ladepunkt und unterstützen 1.000-Volt-Architekturen. Das Netz steht ausdrücklich allen Marken offen, die tatsächliche Ladeleistung hängt aber vom jeweiligen Fahrzeug ab. Die versprochenen Werte erreichen nur BYD-Modelle mit der zweiten Generation der Blade-Batterie, und sie stammen vom Hersteller selbst:
- 10 auf 70 Prozent in rund 5 Minuten
- 10 auf 97 Prozent in rund 9 Minuten
- bei minus 30 Grad soll der Ladevorgang nur etwa 3 Minuten länger dauern
Und das Autobahn-Netz ist nur ein Baustein: Bis Jahresende will BYD landesweit 20.000 Blitzlade-Stationen betreiben, 18.000 in den Städten und eben 2.000 an Autobahnen. Ende August stand der Zähler bei 10.000. Um das Ziel zu halten, müsste der Konzern im Schnitt rund 80 Stationen pro Tag ans Netz bringen. Sportlich, aber nach dem vorgezogenen Autobahn-Finale traut man BYD das Tempo durchaus zu.
Was heißt das für uns?
Mehr, als man denkt. Denn der Europa-Ausbau läuft bereits: Seit Juni steht die erste 1.500-kW-Säule Europas im Allgäu, enthüllt bei einem Event der BYD-Nobelmarke Denza. Rund 40 deutsche Standorte sind laut „auto motor und sport“ geplant, europaweit sollen es etwa 3.000 Stationen werden. Der Haken: Die volle Ladeleistung kann hierzulande bislang nur der Denza Z9 GT abrufen, alle anderen Stromer laden an den Säulen deutlich langsamer.
Trotzdem sollte die Konkurrenz das Projekt ernst nehmen. BYD baut sich mit dem Netz ein Kaufargument auf, das deutsche Hersteller so nicht bieten: Wer die Ladezeit auf Kaffeepausen-Niveau drückt, entkräftet das letzte große Alltagsargument gegen das E-Auto. Für Deutschland und Österreich bleibt vorerst offen, wie schnell der Ausbau konkret vorankommt und was das Laden kosten wird. Wir bleiben dran.
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Verwendete Quellen
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