BYD Formula S: Die neue Baureihe übertrifft alle Pläne

Erst Offroader, jetzt Limousine und Kombi: BYDs Marke Fang Cheng Bao meldet für den Formula S einen Start, mit dem selbst der Konzern nicht gerechnet hat.

Teilen
Mehrere Fang Cheng Bao Formula S bei einem Kundenevent an einem Strand in China
Formula-S-Modelle von BYDs Marke Fang Cheng Bao bei einem Kundenevent in China. | Bild: BYD

Bei BYD läuft die jüngste Modellfamilie besser an, als der Konzern selbst kalkuliert hatte. Auf einer Aktionärsversammlung räumte das Management nach Berichten von „CarNewsChina“ und „IT Home“ ein, die Bestellungen für den neuen Formula S der Tochtermarke Fang Cheng Bao hätten die Erwartungen übertroffen. Die neue Prognose: mehr als 10.000 verkaufte Autos pro Monat, in der Spitze bis zu 15.000.

Erst Offroader, jetzt Limousine und Kombi

Fang Cheng Bao war bislang BYDs Spielwiese für kernige Geländewagen. Mit der Formula-Reihe wagt sich die Marke erstmals an flache Karosserien: Der Formula S ist ein gut fünf Meter langes Liftback, der Formula S GT ein veritabler Kombi, in China als „Hunting Wagon“ vermarktet. Beide Modelle starteten am 16. September, seit dem 28. September rollen die ersten Autos zu den Kunden.

Die Eckdaten im Überblick, Reichweiten nach der chinesischen CLTC-Norm, die deutlich optimistischer misst als WLTP:

  • Formula S: 189.900 bis 229.900 Yuan (rund 25.000 bis 30.200 Euro)
  • Formula S GT: 219.900 bis 239.900 Yuan (rund 28.900 bis 31.500 Euro)
  • Batterien: 76,7 oder 92,1 kWh (LFP)
  • Reichweite: bis zu 900 km (S) beziehungsweise 850 km (S GT), jeweils CLTC
  • Leistung: bis zu 490 kW im Allrad-Topmodell
  • Fahrwerk: adaptives Yunzhu-Fahrwerk, in höheren Varianten mit magnetorheologischen Dämpfern

Geladen wird über BYDs 1.000-Volt-Blitzlade-Technik, für die der Konzern gerade ein eigenes Schnellladenetz an Chinas Autobahnen hochgezogen hat.

Kampfansage im härtesten Segment

Mit Preisen um die 200.000 Yuan zielt die Baureihe mitten ins umkämpfteste Feld des chinesischen Markts, dort wo Teslas Model 3, Xiaomis SU7 und Xpengs P7 um Kunden buhlen. Dass BYD ausgerechnet einer Marke ohne jede Limousinen-Historie auf Anhieb fünfstellige Monatsvolumen zutraut, sagt einiges über das Selbstbewusstsein des Konzerns. Ob die Prognose hält, zeigt sich in den kommenden Monaten, wenn die Auslieferungszahlen sprechen. Die Ansage selbst dürfte aber auch als Signal an die Wettbewerber gedacht sein: BYD kann inzwischen mehr als Volumenmodelle und Geländewagen.

Was heißt das für Europa?

Fang Cheng Bao ist bei uns nicht vertreten, und für die Formula-Modelle gibt es keine Europa-Ankündigung. Trotzdem lohnt der Blick nach China: Ein elektrischer Kombi mit bis zu 850 km CLTC-Reichweite für umgerechnet unter 32.000 Euro zeigt, mit welchen Kostenstrukturen europäische Hersteller künftig konkurrieren. Gerade Deutschland gilt als Kombi-Land, das Angebot an bezahlbaren Elektro-Kombis ist hier aber überschaubar. Sollte BYD die Karosserieform eines Tages nach Europa bringen, wäre der Preis nach Zöllen, Steuern und angepasster Ausstattung freilich ein anderer. Das Signal an die Konkurrenz senden die Chinesen trotzdem schon heute.

Das könnte dich auch interessieren:

Denza Z9S startet in China: Beim Preis reibt man sich die Augen
Auch BYDs Nobelmarke sorgt gerade mit einer neuen Limousine für Aufsehen.

Erstellt mit KI-Unterstützung nach unseren Redaktionsrichtlinien.