Chery Q: Chinas Export-König bringt sein erstes E-Auto nach Europa

Chery bringt sein erstes Elektroauto nach Europa: Der Q feiert in Paris Premiere, und für den Deutschland-Start gibt es bereits einen Fahrplan.

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Weißer Chery Q parkt an einer europäischen Altstadtstraße, daneben spaziert eine Frau mit Hund
Der Chery Q im offiziellen Werbebild: Der Kleine soll Familien in Europa ansprechen | Bild: Chery

Seit 23 Jahren in Folge ist Chery Chinas größter Autoexporteur, nur ein Elektroauto für Europa fehlte bislang im Programm. Das ändert sich jetzt: Auf dem Pariser Autosalon hat die Marke den Chery Q enthüllt, ihr erstes vollelektrisches Modell für den hiesigen Markt. Der 4,19 Meter lange Stadtwagen soll laut Hersteller vor allem Familien ansprechen, sein rundliches Design erinnert die Kollegen von „electrive“ an den neuen Renault 5.

Viel Stauraum, bescheidene Leistung

Die bisher bekannten Eckdaten zeichnen einen klassischen Stadtstromer, der eher auf Platz als auf Fahrleistungen setzt:

  • Maße: rund 4,19 m lang, 1,81 m breit, 1,56 m hoch, Radstand 2.700 mm
  • Antrieb: 89 kW (121 PS)
  • Batterie: 41 kWh
  • Reichweite: bis 400 km nach NEFZ
  • Laden: 30 auf 80 Prozent in unter 17 Minuten
  • Stauraum: 375 Liter Kofferraum plus 70-Liter-Frunk, 38 Ablagen, V2L-Funktion für externe Geräte

Wichtig zur Einordnung: Die Reichweite nennt Chery bislang nur nach dem längst ausgemusterten NEFZ-Zyklus. Der realistischere WLTP-Wert steht noch aus und dürfte spürbar darunter liegen. Auch zur Ladeleistung in Kilowatt schweigt sich der Hersteller bisher aus.

In China ein Schnäppchen, bei uns noch ein Fragezeichen

In seiner Heimat läuft der Kleine laut dem französischen Portal „Mac4Ever“ als QQ3 EV vom Band. Die 41-kWh-Version kostet dort umgerechnet rund 9.200 Euro (68.900 Yuan). Einen Europa-Preis nennt Chery noch nicht, und Zölle, Steuern und Homologation dürften den Betrag kräftig nach oben treiben. Die Richtung ist trotzdem klar: „Unsere Elektrofahrzeuge sind erschwinglich, sicher und zuverlässig“, sagt Eric Zheng, Chef von Chery Auto Deutschland. Damit zielt der Q genau auf das kleine, feine Segment günstiger E-Autos, in dem sich bei uns dank Kaufprämie gerade einiges bewegt.

Wann kommt der Q zu uns?

Die Marke Chery startet in Deutschland im ersten Halbjahr 2027, zunächst mit 30 Händlern und vier Hybrid-SUV der Tiggo-Reihe; bis Ende 2027 sollen es mindestens 100 Standorte sein. Der Q folgt laut „electrive“ zu einem späteren Zeitpunkt. In Frankreich verkauft Chery bereits seit September. Für Österreich und die Schweiz gibt es noch keine konkreten Angaben. Da der Konzern sein Europa-Netz bis Ende 2027 von 20 auf 27 Märkte ausbauen will, dürfte zumindest Österreich aber nicht allzu lange warten müssen. Und ganz fremd ist uns der Konzern ohnehin nicht: Mit den Schwestermarken Omoda und Jaecoo ist Chery in Deutschland längst vertreten.

Der Auftritt passt ins Bild einer Messe, auf der Chinas Hersteller den Ton angeben: Wer den europäischen Massenmarkt erobern will, kommt am günstigen Kleinwagen nicht vorbei. Der Q ist Cherys Antwort darauf, und der Zeitpunkt der Premiere dürfte kein Zufall sein.

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