Geelys Blitzlader sind live: Und plötzlich ist von Deutschland die Rede

Nur Tage nach der Premiere gehen Geelys Turbo-Ladesäulen in Betrieb. Und erstmals sagt der Konzern, was er in Deutschland vorhat.

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Geely-Smart-Charging-Ladestation bei Nacht mit mehreren Elektroautos an den Ladepunkten
Eine Smart-Charging-Station von Geely bei Nacht | Bild: Geely

Vergangene Woche hat Geely sein neues Ladesystem mit dem rekordverdächtigen Spitzenwert von 2.250 Kilowatt vorgestellt, wir haben berichtet. Damals blieb offen, wann die Technik tatsächlich zu den Kunden kommt. Die Antwort kam schneller, als selbst Optimisten erwartet hätten: Die ersten Stationen vom Typ Smart Charging C12 sind bereits in Betrieb. Und ganz nebenbei lässt der Konzern mit einer Ansage in Richtung Deutschland aufhorchen.

Fünf Städte auf einen Schlag

Am 29. September gingen laut dem chinesischen Branchendienst „Gasgoo“ in fünf Städten gleichzeitig C12-Stationen ans Netz: Hangzhou, Shanghai, Ningbo, Jiaxing und Xi'an. Zwischen der Premiere in Ningbo und der Inbetriebnahme lag damit weniger als eine Woche. Wie viele Ladepunkte an den einzelnen Standorten stehen und wann weitere Städte folgen, verraten die Berichte allerdings nicht.

Zur Erinnerung, was die fünfte Generation der Geely-Ladesäulen verspricht:

  • Spitzenleistung: 2.250 kW pro Ladepunkt (bei 1.500 Volt und 1.500 Ampere)
  • Zeekr 001 und Lynk & Co 10 laden von 10 auf 97 Prozent in 8 Minuten und 40 Sekunden
  • Laut „CarNewsChina“ können zwei Fahrzeuge gleichzeitig mit je rund einem Megawatt laden

Der Haken bleibt derselbe wie bei der Premiere: Von den Fabelwerten profitieren vorerst nur der Zeekr 001 und der Lynk & Co 10, denn kein anderes Modell verträgt bislang die nötigen Laderaten. Und es sind weiterhin Herstellerangaben, unabhängige Messungen stehen aus.

Und was hat Deutschland damit zu tun?

Der spannendste Satz steckt in der Mitteilung, die Geely an europäische Medien verschickt hat. Darin kündigt der Konzern an, auch hierzulande aktiv zu werden: Man suche „lokale Partner, um gemeinsam ultraschnelle Ladestationen mit einer Ladeleistung von bis zu 1.000 kW aufzubauen“, zitiert „electrive“ aus dem Schreiben. Im Fokus steht demnach der deutsche Markt.

Das wäre ein Vielfaches dessen, was an deutschen und österreichischen Autobahnen heute üblich ist. Einen Zeitplan nennt Geely allerdings nicht, und auch Partner oder Standorte sind offen. Stand heute ist das eine Absichtserklärung, kein Spatenstich.

Ins Bild passt der Vorstoß trotzdem: Geely baut sein Deutschland-Geschäft gerade in hohem Tempo aus und will binnen weniger Jahre zum größten China-Importeur des Landes aufsteigen. Österreich wird seit Ende August beliefert, die Schweiz seit September. Von Ladeplänen für die Nachbarländer ist bislang keine Rede, doch wer in Deutschland Säulen baut, dürfte an den Grenzen kaum haltmachen.

Bleibt die Frage, was Kunden hierzulande davon hätten. Die kurze Antwort: vorerst wenig, denn erst müssen Fahrzeuge auf den Markt kommen, die solche Laderaten überhaupt vertragen. Die längere Antwort: Wenn die Chinesen ihr Tempo aus der Heimat auch nur ansatzweise nach Europa mitbringen, wird es für die etablierten Ladenetzbetreiber ungemütlich. Das Wettrüsten, das bislang in Ningbo und Shenzhen stattfand, rückt damit ein Stück näher an die A8.

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