Hybrid-Quote für Europa: In Peking beginnt das große Feilschen

Der Hybrid-Deal mit Brüssel wird konkret: Jetzt entscheidet sich, wessen Autos künftig nach Europa dürfen. In Peking hat das Feilschen begonnen.

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Grauer BYD Seal U DM-i fährt auf einer Landstraße, Heckansicht
Plug-in-Hybride wie der BYD Seal U DM-i hängen künftig am EU-Kontingent | Bild: BYD

Kaum steht der Hybrid-Deal zwischen Brüssel und Peking, beginnt das Verteilen des Kuchens: Mehrere chinesische Autohersteller sollen in den vergangenen Tagen nach Peking gereist sein, um mit den Behörden über ihre Anteile am künftigen Exportkontingent für Hybridautos zu verhandeln. Das berichtet der chinesische Finanzdienst „Cailian“ unter Berufung auf mehrere eingeweihte Personen, das Portal „CnEVPost“ griff die Meldung auf.

Namen nennt der Bericht keine. Dafür lässt eine der zitierten Quellen tief blicken: Das Gesamtkontingent sei begrenzt, ein großes Stück vom Kuchen könne niemand erwarten. Derzeit arbeiteten alle Hersteller daran, sich ihren Anteil zu sichern.

Worum gefeilscht wird

Anfang Oktober hatten sich Chinas Handelsminister Wang Wentao und EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič auf eine Verständigung zum Hybridhandel geeinigt. Šefčovič sprach anschließend von einer Halbierung der chinesischen Hybrid-Exporte in die EU. Ein Vorschlagspapier, über das „Bloomberg“ kurz darauf berichtete, nennt ein Kontingent von 350.000 Fahrzeugen im ersten Jahr, danach jährlich sechs Prozent mehr, bei einer Laufzeit von vier Jahren. Greifen könnte die Regelung demnach schon zum 1. Dezember.

Pekings Handelsministerium wiederum betonte, die Vereinbarung erlaube Wachstum gegenüber den rund 302.000 Hybriden, die die EU im Jahr 2025 aus China importierte. Wie diese Lesarten zusammenpassen, ist bis heute offen, denn offizielle Eckdaten haben beide Seiten nicht veröffentlicht.

Der Dezember rückt näher

Dass die Hersteller jetzt in Peking vorstellig werden, passt zu diesem Zeitplan: Sollte das Kontingent tatsächlich zum 1. Dezember scharf geschaltet werden, bleiben nur noch wenige Wochen, um die eigenen Europa-Pläne abzusichern. Für Marken, die ihre Expansion zuletzt stark auf Plug-in-Hybride gestützt haben, geht es um viel: Wer bei der Zuteilung leer ausgeht, muss seinen Fahrplan für 2027 umschreiben, Modelle zurückhalten oder die Fertigung in Europa forcieren.

Was heißt das für uns?

Deutschland und Österreich gehören zu den wichtigsten Absatzmärkten für chinesische Hybride in der EU, Modelle wie der BYD Seal U DM-i oder der MG HS tauchen regelmäßig weit vorn in den Zulassungslisten auf. Fällt das Kontingent knapp aus, dürfte sich das ab dem kommenden Jahr bei Lieferzeiten und womöglich auch bei den Preisen bemerkbar machen. Die Schweiz ist als Nicht-EU-Land fein raus: Dort gelten weder die Sonderzölle auf E-Autos noch das neue Hybrid-Kontingent.

Noch ist bei alledem Vorsicht angebracht: Offiziell bestätigt ist weder die Reise nach Peking noch die genaue Ausgestaltung der Quote. Klar ist nur: Hinter den Kulissen wird bereits verteilt, was Brüssel und Peking ausgehandelt haben.

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