Mazdas China-Stromer bekommt, was der CX-6e bei uns nicht hat
Der EZ-60 bekommt in China ein Technik-Update zum alten Preis, ausgerechnet mit dem Feature, das bei uns fehlt. Was das für CX-6e-Käufer bedeutet.
Kaum ein Jahr nach dem Start spendiert Changan Mazda dem EZ-60 in China das erste Update: Seit Samstagabend ist der Jahrgang 2027 auf dem Markt, erstmals auch mit Laserradar auf dem Dach. Und der Einstiegspreis bleibt, wo er war, bei umgerechnet rund 14.900 Euro (113.900 Yuan, Aktionspreis). Warum uns das interessiert? Weil derselbe Wagen in Europa als Mazda CX-6e verkauft wird, zum mehr als dreifachen Preis und ohne die neue Technik.
Neun Varianten umfasst das aufgefrischte Angebot, wie das chinesische Portal „IT Home“ berichtet. Die Aktionspreise reichen von 113.900 bis 166.900 Yuan (rund 14.900 bis 21.800 Euro), die Listenpreise von 119.900 bis 172.900 Yuan. Laut „CnEVPost“ kostet der Aufpreis für die Laser-Versionen 12.000 Yuan, also rund 1.600 Euro.
Stadtpilot zum Kampfpreis
Herzstück des Updates ist ein Laserradar des Zulieferers Hesai auf dem Dach mit 200 Metern Erfassungsreichweite. Damit navigiert der EZ-60 laut Hersteller assistiert über Autobahnen und durch den Stadtverkehr, parkt in praktisch allen Situationen selbst ein und erweitert die aktiven Sicherheitssysteme. Die Antriebe bleiben unverändert:
- Range-Extender: 1,5-Liter-Benziner als Generator (70 kW), 190-kW-E-Motor, 31,73-kWh-Akku, 200 Kilometer elektrische Reichweite nach CLTC
- Elektroversion: 77,94-kWh-LFP-Akku, 190 kW, Heckantrieb, 600 Kilometer nach CLTC
- Laserradar-Versionen: Aufpreis 12.000 Yuan (rund 1.600 Euro), Highway- und Stadt-Navigationsassistent
Wichtig zur Einordnung: CLTC-Reichweiten fallen deutlich optimistischer aus als WLTP-Werte, ein direkter Vergleich mit Europa-Angaben verbietet sich.
Bei uns heißt er CX-6e, und ihm fehlt genau das
In Europa verkauft Mazda das in China gebaute SUV als CX-6e. In Deutschland steht er mit 49.990 Euro in der Preisliste (TAKUMI PLUS: 52.990 Euro), in Österreich beginnt er bei 46.990 Euro und hat dort Mitte September mit Premierentagen bei den Händlern Marktstart gefeiert. Käufer bei uns bekommen ausschließlich die Elektroversion mit 190 kW und 484 Kilometern WLTP-Reichweite. Laserradar? Stadt-Navigationsassistent? Fehlanzeige.
Selbst das chinesische Topmodell mit Laserradar kostet damit weniger als die Hälfte des deutschen Basispreises. Einen Teil des Aufschlags erklären Importkosten, Homologation, Ausstattung und Händlernetz, den Rest die übliche Europa-Marge. Ob die Laser-Technik nachgereicht wird, lässt Mazda offen; angesichts der strengen EU-Regeln für Assistenzsysteme ist ein Stadtpilot bei uns kurzfristig ohnehin unwahrscheinlich. Das Muster kennen wir inzwischen: Die spannendste Technik der etablierten Hersteller debütiert in China, wie zuletzt beim VW ID. Unyx 09 mit Xpeng-Technik. Der heimische Markt bekommt die Sparversion, bezahlt aber den Vollpreis.
Verwendete Quellen
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