Peugeot und Jeep fahren künftig mit chinesischer Intelligenz

Stellantis lässt die Fahrassistenz künftiger Peugeot- und Jeep-Modelle in China entwickeln: Wer dahintersteckt und was das für uns heißt.

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Vertreter von Momenta und Dongfeng Stellantis bei der Unterzeichnung der Partnerschaft in Shanghai
Vertreter von Momenta und dem Stellantis-Joint-Venture DSAT besiegeln die Partnerschaft in Shanghai | Bild: Momenta

Stellantis holt sich die Software für seine Zukunft aus China: Das Unternehmen Momenta entwickelt die Fahrassistenz für kommende Modelle von Peugeot und Jeep. Die Systeme sind nicht nur für China gedacht, sondern ausdrücklich auch für Europa und weitere Märkte. Die ersten Fahrzeuge sollen ab 2027 auf die Straße kommen, als Elektroautos und Plug-in-Hybride.

Unterzeichnet wurde die Vereinbarung am 24. September in Shanghai, und zwar zwischen Momenta und Dongfeng Stellantis Automotive Technology (DSAT). Dieses Joint Venture mit dem chinesischen Partner Dongfeng hatte Stellantis erst im August gegründet, um im härtesten Automarkt der Welt wieder Boden gutzumachen. Beide Marken sollen sich in die Entwicklung einbringen: Peugeot mit seiner Fahrdynamik-Expertise, Jeep mit seinem Geländewissen. Laut „CnEVPost“ ist längerfristig sogar automatisiertes Fahren nach Level 3 geplant, bei dem der Fahrer die Verantwortung zeitweise ans Auto abgibt.

Wer ist Momenta überhaupt?

In der Branche ist der Name längst eine Größe: Die in Hongkong börsennotierte Firma zählt zu den führenden chinesischen Anbietern für Fahrassistenz, ihre Software steckt laut „Reuters“ bereits in mehr als 1,2 Millionen Fahrzeugen. Zu den Kunden gehören bislang vor allem deutsche Premiumhersteller, die Momenta-Technik in ihren China-Modellen einsetzen. Momenta-Chef Cao Xudong sieht im Stellantis-Deal denn auch ein Zeichen für die „wachsende Rolle chinesischer KI“ in der weltweiten Autoentwicklung.

Was heißt das für Autos bei uns?

Neu ist die Richtung: Bisher kauften westliche Hersteller chinesische Assistenzsoftware vor allem für ihre China-Autos ein. Jetzt soll die Technik den umgekehrten Weg nehmen und in Modellen landen, die auch in Deutschland und Österreich in den Schauräumen stehen. Stellantis ist damit nicht allein: Volkswagen setzt in China bereits auf Technik von Xpeng. Offen bleibt, wie viel von der China-Software tatsächlich in den Europa-Versionen von Peugeot und Jeep steckt und wie die Systeme hier zugelassen werden. Klar ist: Der Wettbewerbsdruck bei der Fahrassistenz kommt inzwischen aus Fernost, und selbst Konzerne mit über 100 Jahren Autotradition kaufen dort ein, statt alles selbst zu entwickeln.

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