Norwegens neue Zulassungszahlen: So viel China steckt jetzt im E-Auto-Musterland

Fast jeder Neuwagen in Norwegen fährt elektrisch. Die Oktober-Zahlen zeigen, wie stark Chinas Marken dort schon sind und was das für uns bedeutet.

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Xpeng G6 in Flieder steht auf einem Kopfsteinpflasterplatz in einer europäischen Altstadt
Der Xpeng G6 war im Oktober das meistzugelassene China-Modell in Norwegen | Bild: XPENG

In Norwegen ist der Verbrenner praktisch Geschichte: 98,8 Prozent aller Neuwagen fuhren im Oktober rein elektrisch. Genau deshalb lohnt der Blick in den hohen Norden, denn dort zeigt sich schon heute, wie ein Automarkt aussieht, in dem nur noch Strom zählt. Die neuesten Zahlen des norwegischen Informationsrats für den Straßenverkehr (OFV) haben es in sich: 3.534 Neuwagen kamen im Oktober von chinesischen Marken, das entspricht 22,5 Prozent. Mehr war es in einem einzelnen Monat noch nie.

Insgesamt wurden 15.725 neue Personenwagen zugelassen, satte 41,2 Prozent mehr als im Oktober 2025 und so viele wie in keinem Oktober seit über 30 Jahren. Der bisherige China-Bestwert von 22,1 Prozent stammt erst vom Juli dieses Jahres, vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 16,9 Prozent. OFV-Chef Geir Inge Stokke bringt es auf den Punkt: Die chinesischen Marken seien von Herausforderern zu einem festen Bestandteil des norwegischen Markts geworden.

Xpeng lässt Volvo, Audi und Mercedes hinter sich

Der Star unter den Chinesen heißt Xpeng. 932 Neuzulassungen bedeuten Rang fünf im Gesamtmarkt, hinter Tesla, Toyota, Volkswagen und BMW, aber vor Volvo, Audi und Mercedes-Benz. Vor einem Jahr standen bei Xpeng gerade einmal 376 Autos in der Statistik. Dass der Oktober für Xpeng auch global ein Rekordmonat war, passt ins Bild. Die wichtigsten China-Marken im Überblick:

  • Xpeng: 932 Zulassungen (Rang 5 im Gesamtmarkt, Vorjahr: 376)
  • BYD: 816 Zulassungen (Rang 7)
  • Zeekr: 359 Zulassungen
  • Changan: 339 Zulassungen (Vorjahr: 15)

Auch bei den Modellen mischen die Chinesen vorne mit. Der Xpeng G6 schiebt sich mit 542 Einheiten auf Platz vier, nur Tesla Model Y, Toyota bZ4X und VW ID.4 liegen davor. Daneben schaffen es der BYD EVO 4x4 (437), der Changan Deepal S05 (338), der BYD Sealion 7 (310), der Xpeng G9 (236) und der Zeekr 7GT (219) in die Top 30. Ganz oben bleibt allerdings alles beim Alten: Tesla fährt mit 1.548 Autos den besten Oktober der Firmengeschichte ein, Toyota folgt mit gerade einmal 55 Autos Rückstand.

Warum uns Norwegens Labor etwas angeht

Norwegen ist so etwas wie das Versuchslabor für den Rest Europas. Wo der Verbrenner als Ausweichoption wegfällt, entscheidet allein das Elektro-Angebot über Erfolg und Misserfolg. Und genau dann greifen die Kunden offenbar beherzt zu China-Modellen: Übers Gesamtjahr gerechnet liegt der Anteil chinesischer Marken in Norwegen bereits bei 17,7 Prozent, Tendenz klar steigend.

In Deutschland ist inzwischen gut jeder dritte Neuwagen vollelektrisch. Je weiter die Elektrifizierung in Deutschland und Österreich voranschreitet, desto eher dürfte sich das norwegische Bild auch bei uns wiederholen. Xpeng und BYD sind in beiden Ländern längst am Start, weitere Marken wie Zeekr und Changan drängen nach Europa. Und dass BYD in Europa zuletzt sogar Ford überholt hat, zeigt die Richtung unmissverständlich.

Spannend wird jetzt der Jahresendspurt: Nach zehn Monaten stehen in Norwegen 130.921 Neuwagen zu Buche, 5,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Um das Rekordjahr 2025 mit seinen 179.550 Zulassungen zu knacken, braucht es in den letzten beiden Monaten noch rund 48.600 Autos. Die kurze Antwort auf die Frage, wer daran kräftig mitarbeiten dürfte: die Chinesen.

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