Semi-Solid in Serie: Svolt zeigt, was dem Saarland entgangen ist

Svolt fertigt jetzt semi-solide Batteriepacks in Serie. Pikant: Eigentlich wollte der China-Hersteller seine Zellen auch in Deutschland bauen.

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Silbernes Batteriepack des Herstellers Svolt in der Seitenansicht
Das Dragon-Armor-Batteriepack von Svolt läuft jetzt in Changzhou in Serie vom Band | Bild: Svolt

Der chinesische Batteriehersteller Svolt hat die Serienproduktion seiner semi-soliden Batteriepacks gestartet. Am Montag liefen im Werk Changzhou die ersten 100-kWh-Packs der Reihe „Dragon Armor“ vom Band, wie Firmenchef Yang Hongxin auf Weibo verkündete. Damit meldet sich der frühere Batterie-Ableger von Great Wall Motor (GWM) in einem Rennen zu Wort, das gerade mächtig Fahrt aufnimmt: Erst vor zwei Wochen hatte Greater Bay Technology einen Serienstart für Feststoffzellen gemeldet, wenn auch mit einem Kniff.

Was der neue Akku können soll

Semi-solide Zellen kombinieren flüssige und feste Elektrolyte und gelten als Zwischenschritt zur reinen Feststoffbatterie. Die Eckdaten, die Svolt nennt, können sich sehen lassen:

  • 100 kWh Kapazität, 900-Volt-Architektur
  • Laden mit 6C: In zwölf Minuten sollen rund 500 Kilometer Reichweite nachfließen
  • Über 3.000 Ladezyklen, rechnerisch mehr als eine Million Kilometer Laufleistung
  • Sechs Schutzschichten am Unterboden, laut Svolt dreimal so widerstandsfähig, wie Chinas Norm verlangt

Wichtig zur Einordnung: Alle Werte sind Herstellerangaben, unabhängige Tests stehen aus, und die Reichweiten-Angabe dürfte auf dem optimistischen chinesischen CLTC-Zyklus basieren. Ganz nach Plan lief es ohnehin nicht, ursprünglich war der Serienstart für September angekündigt. Welche Autos die Packs zuerst bekommen, verrät Svolt noch nicht; das Portal „CarNewsChina“ tippt auf das vollelektrische SUV Wey V8X aus dem GWM-Konzern. Bis Ende 2027 will Svolt seine gesamte NMC-Zellfertigung auf die Halbfest-Technik umstellen, 2028 soll bereits die dritte Generation folgen.

Das Kapitel Saarland

In Deutschland hat der Name Svolt einen bitteren Beiklang. Der Hersteller wollte im saarländischen Überherrn eine Zellfabrik und in Heusweiler eine Modulmontage hochziehen, dazu ein Werk im brandenburgischen Lauchhammer. Daraus wurde nichts: 2024 begrub Svolt sämtliche Europa-Pläne und zog sich Anfang 2025 komplett vom Kontinent zurück. Als Begründung nannte das Unternehmen den schwachen europäischen E-Auto-Markt; Medienberichten zufolge war zuvor BMW als möglicher Ankerkunde abgesprungen. Die Technik, die jetzt in Changzhou vom Band läuft, hätte in einer anderen Welt also auch ein Stück weit aus dem Saarland kommen können.

Was heißt das für uns?

Für Deutschland, Österreich und die Schweiz bedeutet der Serienstart vor allem eines: Die nächste Batteriegeneration dürfte zuerst in China-Stromern zu uns kommen, nicht in Zellen aus europäischer Fertigung. Chinas Hersteller stellen längst die Weichen Richtung Feststoff, auch Chery hat zuletzt einen eigenen Fahrplan vorgelegt, und der Preiskampf unter den Zellherstellern dürfte die Technik schneller in bezahlbare Autos bringen, als es Europas Industrie lieb sein kann. Wann die ersten Fahrzeuge mit Svolts Semi-Solid-Packs nach Europa kommen, ist offen. GWM verkauft hierzulande mit Ora und Wey zwar bereits Autos, zum Export der neuen Technik schweigt der Konzern aber bislang.

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