Aito in Europa: Die Huawei-Marke lässt ihr Herzstück zu Hause

Wenn Aito 2027 nach Europa kommt, fehlt offenbar genau das, was die Marke in China groß gemacht hat. Der Ersatz kommt aus einem unerwarteten Land.

Teilen
Blauer Aito M8 auf einer roten Plattform an einem See vor bewaldeten Bergen
Aito-Modelle wie der M8 sollen ab Herbst 2027 nach Europa kommen, offenbar mit Technik von Bosch an Bord | Bild: AITO

Wenn Aito im Herbst 2027 in Europa antritt, fehlt an Bord offenbar genau die Zutat, die die Marke in China zum Verkaufsschlager gemacht hat: die Technik von Huawei. Wie das chinesische Wirtschaftsmedium „36kr“ unter Berufung auf mehrere Branchenkenner berichtet, sollen die Export-Modelle stattdessen auf ein Komplettpaket von Bosch setzen. Richtig gelesen: Der Ersatz für Chinas Technik-Vorzeigekonzern kommt aus Deutschland.

„Bosch Inside“ statt Huawei an Bord

Dem Bericht zufolge entwickelt die Aito-Mutter Seres die internationalen Versionen der Modelle Aito 6, 7, 8 und 9 gemeinsam mit Bosch. Das Paket hätte es in sich: Fahrassistenz, smartes Cockpit und Fahrwerkstechnik kämen komplett von den Schwaben, die Entwicklung läuft angeblich bereits. Die Serienfertigung der Autobahn-Assistenz (Highway-NOA) ist laut „36kr“ vorläufig für September 2027 geplant, rechtzeitig zum Europastart also.

Branchenkreise taufen das Modell „Bosch Inside“, in Anlehnung an Huaweis bekanntes „Huawei Inside“: Der Zulieferer steuert das digitale Nervensystem bei, der Hersteller baut das Auto darum herum. Pikant: Es wäre laut dem Bericht das erste Mal überhaupt, dass Boschs komplette Intelligenz-Lösung in einem Serienauto landet. Die beiden Konzerne arbeiten laut „CarNewsChina“ bereits seit 2023 zusammen.

Warum lässt Aito Huawei zu Hause?

Offiziell bestätigt ist der Technik-Tausch nicht, ins Bild passt er aber. Huawei hat die Federführung bei den Exportplänen seiner Partnermarken zuletzt an die Autobauer abgegeben, und Seres hat die Auslandssparte Berichten zufolge eigens in die Aito-Geschäftseinheit integriert. Den Europastart für Herbst 2027 hat der Konzern Mitte Oktober auf dem Pariser Autosalon offiziell gemacht, und die Expansion steht sogar im neuen Strategiepakt mit Batterieriese CATL.

Dazu kommt die politische Großwetterlage: Huawei steht im Westen seit Jahren unter besonderer Beobachtung, von US-Sanktionen bis zu 5G-Beschränkungen in mehreren EU-Ländern. Bosch kennt die hiesigen Zulassungsregeln dagegen wie kaum ein Zweiter und bringt jahrzehntelange Erfahrung mit europäischen Behörden mit. Für eine Marke, die hier Premium-SUV verkaufen will, dürfte das schwerer wiegen als Heimat-Loyalität.

Was heißt das für uns?

Für Deutschland und Österreich hat die Sache Charme: Sollten die Pläne halten, kämen Aitos China-SUV mit deutscher Technik im Herzen zu uns. Das dürfte nicht nur die EU-Typgenehmigung beschleunigen, die nach Angaben der Marke bereits läuft, sondern auch jenes Misstrauen entschärfen, das chinesischen Assistenzsystemen hierzulande gern entgegenschlägt. Welche Länder den Anfang machen, verrät Aito aber weiterhin nicht: Ob Deutschland, Österreich oder die Schweiz zu den Startmärkten gehören, bleibt offen. Wir bleiben dran.

Das könnte dich auch interessieren:

Jetzt offiziell: Huaweis Aito wagt den Sprung nach Europa
In Paris verrät die Marke von Huawei und Seres, wann es losgeht und womit.

Erstellt mit KI-Unterstützung nach unseren Redaktionsrichtlinien.