BYD Great Seagull: Neuer City-Stromer erstmals gesichtet
Ungetarnt zeigt sich BYDs „Great Seagull“ erstmals im chinesischen Straßenverkehr. Warum der neue City-Stromer mehr ist als ein größerer Seagull, was er an Bord hat und was das für Europa heißen könnte.
In China ist BYDs nächster Kleinwagen erstmals ungetarnt im Alltag aufgetaucht. Fotos aus der chinesischen BYD-Fangemeinde zeigen den „Great Seagull“, den deutlich gewachsenen Bruder des Seagull, mit serienreifer Karosserie und einem auffälligen Detail: Auf dem Dach sitzt ein Lidar-Sensor. Für einen Stromer der Einstiegsklasse ist das alles andere als selbstverständlich.
Offiziell angekündigt ist das Auto bereits: Ende August bestätigte BYDs Ocean-Vertriebschef Zhang Zhuo rund um die Automesse in Chengdu den Namen „Da Haiou“ (übersetzt: große Möwe) und einen Marktstart in China noch in diesem Jahr. Positioniert wird der Neuling zwischen Seagull und Dolphin. Die aktuellen Sichtungen deuten darauf hin, dass es nicht mehr lange dauern dürfte.
Vom Stadtfloh zum ausgewachsenen Kleinwagen
Die Eckdaten stammen aus den Zulassungsunterlagen des chinesischen Industrieministeriums MIIT und haben es in sich. Der Great Seagull misst 4,21 Meter, satte 42 Zentimeter mehr als der aktuelle Seagull. Der Radstand wächst um 15 Zentimeter auf 2,65 Meter. Damit spielt der Wagen größentechnisch eher in der Polo-Klasse als bei den Stadtflitzern.
- Länge/Breite/Höhe: 4.205/1.810/1.570 Millimeter
- Radstand: 2.650 Millimeter
- Motor: 95 kW (129 PS), Spitze 150 km/h
- LFP-Akkus: rund 30 oder 39,2 kWh
- Reichweite: 320 bis 420 Kilometer nach CLTC-Norm
Real-life photos of BYD "Great Seagull" exposed.
— CarNewsChina.com (@CarNewsChina) September 21, 2026
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Wichtig zur Einordnung: Die chinesische CLTC-Norm misst deutlich optimistischer als das europäische WLTP-Verfahren, real dürften die Werte spürbar darunter liegen. Beim Antrieb legt der Neue trotzdem ordentlich nach, denn der aktuelle Seagull begnügt sich mit 55 kW.
Lidar im Einstiegssegment? Genau das ist der Plan
Der Sensor auf dem Dach gehört zur Lidar-Version von BYDs Assistenzsystem „God's Eye B“. Damit sollen unter anderem Navigationsassistenz in der Stadt und auf der Autobahn sowie automatisiertes Parken möglich sein. Dass diese Technik nun in einem Kleinwagen auftaucht, zeigt, wie aggressiv BYD seine Assistenzsysteme in die unteren Preisklassen drückt.
Und was heißt das für uns?
Offiziell ist zu Europa: nichts. Trotzdem lohnt der Blick auf die Landkarte. Den Seagull kennen wir hierzulande als Dolphin Surf, der in Deutschland laut BYD-Konfigurator derzeit ab 23.490 Euro in der Preisliste steht. Ein Great Seagull würde die Lücke zwischen Dolphin Surf und Dolphin ziemlich genau füllen. Und BYD baut seine Fertigung in Europa gerade kräftig aus, braucht also Modelle, die hier Stückzahlen bringen.
Beim Preis hilft vorerst nur der Blick nach China: Dort startet der aktuelle Seagull bei 69.800 Yuan, umgerechnet gut 9.000 Euro. Der Great Seagull dürfte sich darüber einsortieren, bleibt aber aller Voraussicht nach ein Kampfpreis-Angebot. Ob und wann er den Sprung nach Europa schafft, ist offen. Die kurze Antwort auf die Frage, ob BYD im Kleinwagensegment nachlegen will, lautet aber schon jetzt: ja.
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Verwendete Quellen
- CarNewsChina: BYD's "Great Seagull" spotted in real life, featuring LiDAR and 2650 mm wheelbase (Englisch)
- CarNewsChina: BYD to launch the new "Great Seagull" EV hatchback this year, Ocean series GM shared (Englisch)
- IT之家: Interieur und Technikdaten des neuen BYD Seagull (Chinesisch)
- Sina Finance: MIIT-Zulassungsunterlagen zum neuen BYD Seagull (Chinesisch)
- BYD Deutschland: Dolphin Surf