Neuer BYD Seagull: Größer, stärker und beim Preis ein Coup

Chinas meistverkaufter Elektro-Kleinwagen geht in die zweite Runde: mit Blitzladen, Lidar und einem Preis, der die Konkurrenz nervös machen dürfte.

Teilen
Grüner BYD Seagull der zweiten Generation an einem Kiesstrand, im Hintergrund Surfbretter und das Meer
Die zweite Generation des BYD Seagull | Bild: BYD

BYD hat am Dienstag auf dem Rennkurs von Zhengzhou die zweite Generation des Seagull in den Handel gebracht. Chinas meistverkaufter Elektro-Kleinwagen ist in fast jeder Dimension gewachsen, lädt in der Spitze so schnell wie die Großen und bekommt erstmals einen Laserscanner aufs Dach. Die eigentliche Überraschung steht aber auf dem Preisschild: Der Einstieg kostet umgerechnet rund 8.800 Euro (65.900 Yuan) und liegt damit sogar 4.000 Yuan unter dem bisherigen Basismodell.

Fünf Ausstattungen bietet BYD an, die Topversion kommt auf rund 13.300 Euro (99.900 Yuan). Wer ein altes Auto in Zahlung gibt, zahlt nochmals 3.000 Yuan weniger. Erst vor elf Tagen hatte BYD die Blind-Vorbestellung ohne Preise und Datenblatt gestartet, nun folgt also bereits der Marktstart. Nachschub war überfällig: Vom ersten Seagull hat BYD seit 2023 rund anderthalb Millionen Stück verkauft, im laufenden Jahr gingen die Verkäufe aber um etwa ein Drittel zurück.

Vom Viersitzer zum Fünfsitzer

Die zweite Generation ist mit 4,21 Metern satte 42,5 Zentimeter länger als bisher, der Radstand wächst um 15 Zentimeter auf 2,65 Meter. Damit rückt der Kleine dicht an den BYD Dolphin heran und wird vom Vier- zum Fünfsitzer. Die wichtigsten Daten:

  • Zwei Blade-Akkus mit 30,1 oder 39,2 kWh
  • Reichweite 320 oder 420 Kilometer nach chinesischer CLTC-Norm (deutlich optimistischer als WLTP)
  • Heckantrieb mit 85 oder 95 kW statt bisher 55 kW an der Vorderachse
  • Mehrlenker-Hinterachse statt Verbundlenker, 94-Liter-Frunk, bis zu 1.380 Liter Ladevolumen

Fünf Minuten laden wie die Großen

Die drei oberen Ausstattungen beherrschen BYDs Blitzladen: An den hauseigenen Flash-Charging-Säulen soll der Akku in rund fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent springen. Obendrauf gibt es laut „CnEVPost“ für Privatkunden dieser Versionen ein Jahr Gratis-Laden an diesen Stationen. Gegen Aufpreis zieht zudem das Lidar-gestützte Assistenzpaket God's Eye B ein, das BYD gerade erst nach Europa bringt: Stadt- und Autobahnpilot im Billig-Stromer, in dieser Preisklasse ist das eine Ansage.

Was heißt das für den Dolphin Surf?

Für Deutschland und Österreich ist die Meldung mehr als eine Fernost-Notiz. Die erste Seagull-Generation fährt bei uns als BYD Dolphin Surf und hat sich in Deutschland an die Spitze der elektrischen Kleinstwagen gesetzt; die Preisliste beginnt bei 22.990 Euro, auch in Österreich steht der Kleine längst beim Händler. Ob und wann die zweite Generation nach Europa kommt, hat BYD noch nicht verraten. Dass der Konzern sein Blitzlade-Netz nach Europa ausrollen will, macht die Neuauflage für uns aber doppelt interessant: Ein Kleinwagen, der in fünf Minuten nachlädt, würde hier ein ganz neues Kapitel aufschlagen. Bis dahin gilt: Was Zhengzhou heute zeigt, ist die Messlatte, an der sich der nächste Dolphin Surf messen lassen muss.

Das könnte dich auch interessieren:

Neuer BYD Seagull: Wer ihn zuerst will, bestellt blind
Ohne Preis, ohne Datenblatt: Wie BYD die zweite Seagull-Generation in China in die heiße Phase schickte.

Erstellt mit KI-Unterstützung nach unseren Redaktionsrichtlinien.