BYD Seal 07: Die zweite Generation ist da, der Preis überrascht

Nur acht Monate nach dem Vorgänger startet der neue Seal 07 in China. Das Preisschild verrät, wie hart der Wettbewerb dort inzwischen geworden ist.

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Roséfarbene Limousine BYD Seal 07 der zweiten Generation vor abendlicher Hochhauskulisse
Die zweite Generation des BYD Seal 07 ist in China gestartet. | Bild: BYD

BYD hat die zweite Generation des Seal 07 in China in den Verkauf gebracht, nur acht Monate nach dem Marktstart des Vorgängers. Die Limousine kommt in fünf Varianten: zwei Plug-in-Hybride (DM-i) und drei Elektroversionen. Beim Preis geht BYD in die Offensive: Die Elektroversion startet bei rund 19.500 Euro (149.900 Yuan) und liegt damit umgerechnet etwa 2.600 Euro (20.000 Yuan) unter dem Einstiegspreis, zu dem der Vorgänger im März angetreten war. Dabei ist der Neue in fast jeder Disziplin das bessere Auto.

Mehr Reichweite, weniger Geld

Die Preisliste im Überblick; mit laufenden Aktionen wie der Eintauschprämie sinken alle Preise um weitere 4.000 Yuan, also gut 500 Euro:

  • Seal 07 DM-i: rund 18.200 und 19.500 Euro (139.900 und 149.900 Yuan)
  • Seal 07 EV: rund 19.500 bis 22.500 Euro (149.900 bis 172.900 Yuan, drei Varianten)

Die Elektroversion schickt 245 kW (333 PS) an die Hinterachse, sprintet in 5,5 Sekunden auf Tempo 100 und bezieht ihren Strom aus einer 76,7-kWh-Blade-Batterie der zweiten Generation, die BYDs Flash-Charging-Schnellladen unterstützt. Die Reichweite gibt BYD mit 775 Kilometern nach der chinesischen CLTC-Norm an, die deutlich optimistischer rechnet als der WLTP; der Vorgänger kam auf 705 CLTC-Kilometer. Der Plug-in-Hybrid kombiniert einen 1,5-Liter-Turbo mit 115 kW (156 PS), einen 160-kW-Frontmotor und einen 38-kWh-Akku. Elektrisch sollen 330 CLTC-Kilometer drin sein, laut „CarNewsChina“ entspricht das 271 Kilometern nach WLTP.

Magnetfahrwerk zum Kampfpreis

Bemerkenswert ist, wie viel Technik es fürs Geld gibt: Das Topmodell bekommt das magnetorheologische Fahrwerk Disus-M, die übrigen Versionen fahren mit der adaptiven Dämpfung Disus-C. Magnetfahrwerke kennt man sonst aus deutlich teureren Autos. Beim assistierten Fahren schlüsselt „CnEVPost“ auf: Ab der zweiten Ausstattungsstufe ist das System God's Eye C mit Autobahn-Navigationsassistent Serie, die stärkere LiDAR-Version B gibt es dort gegen Aufpreis. Die beiden Basisversionen müssen dagegen mit einem schnöden Tempomat auskommen.

Der Hintergrund der Kampfpreise: Die Seal-Familie verkaufte sich im Oktober rund 47.000 Mal, fast ein Fünftel weniger als vor einem Jahr. Dass BYD den Nachfolger wachsen lässt (5,08 Meter Länge, 2,96 Meter Radstand) und trotzdem den Einstiegspreis senkt, zeigt, wie gnadenlos der Heimatmarkt inzwischen ist. Welche Spuren der Preiskampf in der Bilanz hinterlässt, haben wir uns bei BYDs Quartalszahlen genauer angeschaut.

Was heißt das für uns?

In Deutschland und Österreich steht der Seal 07 nicht in den Preislisten, auch in der Schweiz wird er nicht angeboten; das Limousinensegment deckt bei uns weiterhin der Seal ab. Eine Europa-Ankündigung gab es auch zum Marktstart nicht. Interessant ist die Premiere trotzdem, denn schon bei der Vorstellung im September zeigte der Seal 07, wie die nächste BYD-Generation aussieht. Und wenn BYD in China eine Fünf-Meter-Limousine mit 775 CLTC-Kilometern für unter 20.000 Euro anbieten kann, ahnt man, wie viel Luft die Chinesen bei ihren Europa-Preisen haben. Die Auslieferungen in China sollen noch im November beginnen.

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