CATL fährt Rekordumsatz ein, die Börse straft trotzdem ab

Rekordumsatz beim Batterie-Weltmarktführer, Kursrutsch an der Börse: Hinter dem Widerspruch steckt eine Entscheidung aus Peking, die auch Europa betrifft.

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Luftaufnahme des großen CATL-Batteriewerks in Debrecen, Ungarn
CATLs Batteriewerk im ungarischen Debrecen: Fertigung in Europa umgeht Pekings neue Exportsteuern. | Bild: CATL

Eigentlich lief das dritte Quartal für CATL blendend: 165,2 Milliarden Yuan Umsatz, umgerechnet rund 21,9 Milliarden Euro, bedeuten ein Plus von 58,6 Prozent und Rekordniveau. Die Börse interessierte das wenig: Am Dienstag stürzte die Aktie des Batterie-Weltmarktführers in Hongkong zeitweise um mehr als zehn Prozent ab, auf den tiefsten Stand seit Juli 2025. In Shenzhen ging es um rund zwölf Prozent nach unten.

Der Grund steckt eine Etage tiefer in der Bilanz: Der Nettogewinn von 21,25 Milliarden Yuan, rund 2,8 Milliarden Euro, wuchs mit 14,5 Prozent deutlich langsamer als der Umsatz und lag sogar 5,8 Prozent unter dem Vorquartal. Die Bruttomarge sank das zweite Quartal in Folge, auf 20,69 Prozent. Kurz gesagt: CATL verkauft so viele Batterien wie nie und verdient pro Zelle trotzdem weniger.

Peking dreht an der Steuerschraube

Hier liegt der Hund begraben: Seit dem 1. September erhebt China eine Verbrauchssteuer von zwei Prozent auf Lithium-Ionen-Batterien, ab September 2027 verdoppelt sie sich auf vier Prozent. Dazu wurde der Mehrwertsteuer-Rabatt auf Batterie-Exporte im April von neun auf sechs Prozent gekürzt, Anfang 2027 fällt er komplett weg. Es ist dasselbe Muster, mit dem Peking zuletzt schon den Steuervorteil für E-Auto-Exporte gekappt hat: Der Staat schöpft bei seinen Vorzeigebranchen ab und dämpft nebenbei den ruinösen Preiskampf im eigenen Land.

Das Management erklärte laut „CnEVPost“, die Steuer sei in den Produktpreisen enthalten; um die Mehrkosten weiterzugeben, müsse mit den Kunden nachverhandelt werden. Übersetzt heißt das: Die Autohersteller sollen mitzahlen. Die US-Bank JPMorgan stufte die Hongkonger Aktie laut Medienberichten prompt herab, aus Sorge, dass Steuern und Handelsbarrieren die Gewinne der Batteriebranche schneller drücken könnten als gedacht.

Was das für E-Autos bei uns heißt

CATL-Zellen stecken in etlichen Modellen auf dem deutschen und österreichischen Markt, vom China-Import bis zum europäischen Fabrikat. Gelingt es dem Konzern, die neuen Steuern auf die Autohersteller abzuwälzen, macht das die Rechnung für günstige E-Autos nicht leichter. Zugleich wächst der Anreiz, in Europa zu fertigen: Zellen aus dem CATL-Werk in Thüringen oder dem neuen Großwerk im ungarischen Debrecen sind von Chinas Export-Steuerpolitik nicht betroffen. Wie fest Chinas Griff um den Batterie-Weltmarkt ist, haben wir erst kürzlich aufgedröselt.

In China selbst bleibt CATL unangefochten die Nummer eins: Rund 41 Prozent aller im September verbauten Batterien kamen vom Marktführer, BYD folgt mit gut 21 Prozent. Das Management gibt sich denn auch betont gelassen: Ein Teil der Belastungen sei vorübergehend, für 2027 hält der Konzern 20 bis 30 Prozent Wachstum bei der weltweiten Batterienachfrage für machbar. Die Börse sieht das fürs Erste anders.

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