E-Auto-Export: China dreht an einer wichtigen Stellschraube

Peking kappt eine zentrale Förderung für exportierte Elektroautos. Wen es trifft, warum gerade jetzt, und was das für die Preise bei uns bedeuten könnte.

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Weißes BYD-SUV vor dem rot-weißen Autofrachter BYD Shenzhen im Hafen
Chinas E-Auto-Exporte boomen, nun kürzt Peking den Steuervorteil | Bild: BYD

Chinas E-Auto-Exporteure müssen sich warm anziehen: Das Finanzministerium und die Steuerverwaltung in Peking haben am Montag angekündigt, die Mehrwertsteuer-Rückerstattung für exportierte New Energy Vehicles von 13 auf 9 Prozent zu kürzen. Die neue Regel gilt ab dem 1. April 2027 und betrifft vollelektrische Pkw ebenso wie Plug-in-Hybride, dazu E-Busse und elektrische Sattelzugmaschinen. Maßgeblich ist das Exportdatum in der Zollanmeldung.

Warum Peking jetzt kürzt

Eine offizielle Begründung liefern die Behörden nicht. Ökonomen deuten den Schritt als Zeichen, dass die Branche der Förderung entwachsen ist: Chefökonom Luo Zhiheng von Yuekai Securities sagte dem Wirtschaftsportal „Yicai", die Steuerhilfe müsse zum Entwicklungsstand einer Industrie passen; eine geringere Erstattung könne die Hersteller dazu bringen, über Technik und Marke zu konkurrieren statt über den Preis. Der Zeitpunkt passt ins Bild: Der Preiskampf daheim tobt, und Peking versucht seit Monaten, ihn einzudämmen.

Zugleich boomt das Geschäft im Ausland wie nie. Von Januar bis September führten Chinas Hersteller nach Daten des Branchenverbands CAAM rund vier Millionen New Energy Vehicles aus, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Allein im September waren es 571.000 Stück, während der Absatz im Inland schwächelt. Genau diese Abhängigkeit vom Export macht die Kürzung für die Hersteller unangenehm.

Wen es am härtesten trifft

Die Analysten der Deutschen Bank rechnen laut „CnEVPost" vor, was der Schritt kostet: Bei BYD dürfte der Nettogewinn ab dem zweiten Quartal 2027 um rund 5.000 Yuan pro exportiertem Fahrzeug sinken, umgerechnet etwa 670 Euro. Der Konzern verkaufte in den ersten drei Quartalen über 1,3 Millionen Autos im Ausland, rund 43 Prozent seines Volumens. Druck erwarten die Analysten unter anderem auch für Chery, Geely, SAIC, GWM, Changan, Leapmotor und Xpeng. Die Kürzung ist zudem kein Einzelfall: Die Erstattung für Solarprodukte wurde bereits gestrichen, die für Batterien fällt ab Januar 2027 komplett weg.

Werden China-Stromer bei uns teurer?

Für Käufer in Deutschland und Österreich dürfte sich kurzfristig wenig ändern: Die Kürzung greift erst in anderthalb Jahren und knabbert zunächst an den Margen der Hersteller, nicht zwingend an den Listenpreisen. Mittelfristig stärkt sie aber ein Argument, das in Europa ohnehin zieht: Wer hier baut, exportiert nicht. Xpeng etwa lässt bereits vier Modelle bei Magna in Graz fertigen: Diese Autos umgehen die EU-Zölle, und die gekürzte Exporterstattung spielt für sie ebenfalls keine Rolle. Die neue Steuerregel dürfte solche Rechnungen in den Chefetagen von Shenzhen bis Hangzhou noch attraktiver machen.

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