Nach den Autos die Transporter: Geelys Farizon startet bei uns

Geely legt in Deutschland nach: Die Nutzfahrzeugmarke Farizon ist gestartet. Wer dahintersteckt und warum der Vertrieb ungewöhnlich läuft.

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Weißer Elektro-Transporter Farizon SV fährt über eine Brücke
Der Farizon SV, das größere der beiden Deutschland-Modelle | Bild: Farizon

Geely legt in Deutschland nach: Nach dem forschen Ausbau des Pkw-Geschäfts schickt der chinesische Konzern nun seine Nutzfahrzeugmarke Farizon ins Rennen. Wie unter anderem „electrive“ berichtet, sind die beiden Elektro-Transporter SV und V7E ab sofort in Deutschland erhältlich. Den Vertrieb übernimmt dabei nicht Geely selbst, sondern die Münchner Endeavour Mobility.

Ein alter Bekannter zieht die Fäden

Hinter Endeavour Mobility steht Jörg Hofmann, ein Veteran der E-Mobilität: Er führte unter anderem den Streetscooter-Nachfolger B-ON, den britischen E-Bus-Hersteller Wrightbus und den Londoner Taxibauer LEVC. Los geht es zunächst im Raum München, weitere Händler werden gesucht; erste Pilotkunden sind Handwerksbetriebe in Bayern. Ihren öffentlichen Auftritt hatte die Marke im September auf der IAA Transportation in Hannover, ein zentrales Ersatzteillager betreibt sie nach eigenen Angaben im badischen Gaggenau.

Ungewöhnlich ist der Vertriebsansatz: Statt allein auf den Kauf setzt Farizon auf flexible Fahrzeug-Abos ab drei Monaten Laufzeit. Für Wartung und Reparatur werden die Transporter beim Kunden abgeholt, ein Ersatzfahrzeug wird gestellt. Das zielt auf Betriebe, die planbare Kosten wollen und keine Zeit für Werkstatt-Termine haben.

Das können SV und V7E

  • Farizon SV: Elektro-Transporter der 3,5-Tonnen-Klasse auf einer Drive-by-Wire-Plattform, sechs Varianten von L1H1 bis L3H3, 6,95 bis 13 Kubikmeter Ladevolumen, bis zu 1.350 kg Nutzlast, CATL-Akkus mit 67 oder 83 kWh, 210 bis 376 km Reichweite nach WLTP, 170 kW (231 PS)
  • Farizon V7E: kompakter Transporter für die Stadt, rund fünf Meter lang, Akkus mit 50 oder 67 kWh, bis zu 330 km nach WLTP (im reinen Stadtbetrieb nennt Farizon bis zu 475 km), 110 kW (150 PS)

Zur Ankündigung im Frühjahr nannte Farizon laut „ecomento“ Nettopreise ab 32.600 Euro für den V7E und ab 44.900 Euro für den SV; ob sie zum Marktstart unverändert gelten, ist offen. Für den SV reklamiert der Hersteller zudem fünf Sterne im Euro-NCAP-Test.

Was heißt das für den DACH-Markt?

Farizon tritt in einem Segment an, das Mercedes eSprinter, Ford E-Transit und die Stellantis-Vans dominieren und in dem mit Maxus bereits eine chinesische Marke Kunden gefunden hat. Der Start gilt vorerst nur für Deutschland: Zu Österreich und der Schweiz gibt es bislang keine Ankündigung. Ins Bild passt der Vorstoß allemal: Geely hat gerade erst den Marktstart in der Schweiz vollzogen und will in Deutschland zum größten China-Importeur aufsteigen. Die Transporter sind der nächste Baustein dieser Expansion.

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