Leapmotor A10s: Chinas Günstig-SUV zeigt seine dunkle Seite
Ganz in Schwarz, mit roten Akzenten: Leapmotor legt sein Erfolgsmodell neu auf. Der Zeitpunkt ist kein Zufall.
Leapmotor hat am Sonntag in China den A10s auf den Markt gebracht: eine Sonderedition seines Erfolgsmodells A10, komplett in Schwarz gehalten und mit roten Akzenten gespickt. Für umgerechnet rund 12.300 Euro (92.800 Yuan) gibt es die volle Technik der bisherigen Topversion und dazu einen Auftritt, der eher nach Sportabteilung als nach braver Pendler-Kutsche aussieht.
Schwarz, schwärzer, A10s
Die Sonderedition basiert auf der Topversion 505 Lidar und kostet rund 800 Euro (6.000 Yuan) mehr. Dafür gibt es den exklusiven Lack „Spiegelnacht-Schwarz“, Embleme in Kanonengrau, schwarze 18-Zoll-Sporträder und ein rotes „S“ am Heck. Innen setzt sich das Thema fort: graues Interieur, Sitze in Wildleder-Optik mit roten Ziernähten, belüftete Vordersitze und Ambientelicht im Fond. Das reguläre A10-Programm startet in China bei rund 8.750 Euro (65.800 Yuan).
An der Technik ändert sich nichts, und die konnte sich schon bisher sehen lassen:
- Antrieb: Frontmotor mit 90 kW (122 PS), 53-kWh-Batterie (LFP)
- Reichweite: 505 km nach CLTC (der chinesische Zyklus misst deutlich optimistischer als WLTP)
- Laden: von 30 auf 80 Prozent in rund 16 Minuten
- Assistenz: Lidar plus Navigationsassistent für Stadt, Autobahn und Parkhaus
- Format: 4,27 Meter Länge, 2,61 Meter Radstand, fünf Sitze
Warum Leapmotor gerade jetzt nachlegt
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Seit dem Marktstart im März hat Leapmotor mehr als 150.000 A10 ausgeliefert, zuletzt stand das kleine SUV für fast ein Viertel aller Auslieferungen der Marke. Im September ging sein Absatz aber erstmals seit dem Start zurück: 24.457 Autos bedeuteten ein Minus von rund 24 Prozent gegenüber dem August-Rekord.
Gleichzeitig jagt der Konzern einem ehrgeizigen Ziel hinterher: eine Million ausgelieferte Autos in diesem Jahr. Nach 666.539 Stück in neun Monaten müssen dafür im Schlussquartal über 111.000 pro Monat her, mehr als selbst im Rekordmonat September (105.656). Eine aufmerksamkeitsstarke Sonderedition zum überschaubaren Aufpreis ist da ein bewährtes Mittel, um den Verkaufsschlager frisch zu halten.
Kommt der A10 auch zu uns?
Der A10 ist Leapmotors erstes erklärtes Weltauto: Nach früheren Angaben des Herstellers soll das SUV in knapp 40 Ländern verkauft werden. Einen bestätigten Termin für Deutschland, Österreich oder die Schweiz gibt es bislang nicht. Ein heißer Europa-Kandidat ist der Kleine trotzdem, denn unterhalb von B10 und B05 hätte er im hiesigen Angebot freie Bahn, und günstige Stromer mit üppiger Serienausstattung sind genau das Rezept, mit dem Leapmotor bei uns derzeit rasant wächst.
Dazu passt, dass die Chinesen den B10 inzwischen im spanischen Zaragoza bauen und so die EU-Zusatzzölle umschiffen. Klar ist allerdings auch: Das China-Preisschild von gut 12.000 Euro würde den Sprung nach Europa nicht überleben. Homologation, Ausstattung und Marge dürften den A10 bei uns spürbar teurer machen. Ein Kampfpreis mit Lidar an Bord bliebe wohl trotzdem drin.
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Verwendete Quellen
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