Zeekr 9X startet in Deutschland und bricht dabei ein Tabu

Zeekr stellt sein neues Flaggschiff in Deutschland vor. Das Luxus-SUV 9X bricht mit einem Grundsatz der Marke und zielt preislich auf BMW X7 und GLS.

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Schwarzer Zeekr 9X auf der Bühne bei der Deutschlandpremiere, daneben ein Sprecher
Der Zeekr 9X bei seiner Deutschlandpremiere in Hamburg | Bild: Zeekr

Bisher galt bei Zeekr eine einfache Regel: Gefahren wird rein elektrisch. Ausgerechnet das neue Flaggschiff bricht nun mit diesem Grundsatz. Am Montag feierte der Zeekr 9X in der Hamburger HafenCity seine Deutschlandpremiere: ein 5,24 Meter langes Luxus-SUV mit sechs Sitzen, 897 PS und erstmals einem Benziner an Bord. Ab 119.500 Euro steht der Koloss in der Preisliste.

897 PS und ein Benziner als stiller Mitarbeiter

Der 9X ist das erste Modell der Geely-Tochter überhaupt, das nicht rein elektrisch fährt. Zeekr nennt die Technik Super-Hybrid: Ein 2,0-Liter-Turbobenziner arbeitet als Generator und füllt unterwegs die Batterie, den Vortrieb übernehmen zwei Elektromotoren an beiden Achsen. Die Eckdaten des Zeekr 9X Ultra AWD:

  • Systemleistung: 660 kW (897 PS), 935 Nm Drehmoment
  • 0 auf 100 km/h in 4,1 Sekunden, Spitze 240 km/h
  • Batterie: 55,1 kWh, bis zu 179 km elektrische Reichweite (WLTP)
  • Gesamtreichweite: bis zu 737 Kilometer
  • DC-Laden mit bis zu 330 kW: von 10 auf 80 Prozent in 9,5 Minuten
  • 5.239 mm Länge, 3.169 mm Radstand, 2.900 kg Leergewicht, 2.000 kg Anhängelast

Möglich macht das flotte Laden eine 900-Volt-Architektur. Damit steht der Teilzeit-Stromer schneller wieder auf der Autobahn als mancher Verbrenner, wenn an der Tankstellenkasse Stau ist.

Vollausstattung ab Werk

Bei der Ausstattung fährt Zeekr serienmäßig auf, was die Regale hergeben: Zweikammer-Luftfederung, eine Sensorik mit LiDAR, elf Kameras und fünf Radarsensoren, ein Naim-Soundsystem mit 32 Lautsprechern, ein 47-Zoll-AR-Head-up-Display und ein ausfahrbares 17-Zoll-OLED-Display für die Fondpassagiere. Europa-Chef Lothar Schupet sagt zur Stoßrichtung des Ganzen: „Im Luxussegment reicht ein bekanntes Logo heute nicht mehr aus.“

Fast das Doppelte des China-Preises

Spannend ist der Blick in die Heimat: Zum Marktstart in China im Herbst 2025 kostete die Ultra-Variante dort 485.900 Yuan, nach aktuellem Kurs rund 64.500 Euro. Deutsche Kundschaft zahlt also fast das Doppelte, was bei China-Importen zwischen Transport, Homologation und Vertriebskosten durchaus üblich ist. Die EU-Sonderzölle spielen dabei übrigens keine Rolle: Sie gelten nur für reine Elektroautos, ein Hybrid wie der 9X fährt mit dem Basiszoll von zehn Prozent durch dieses Raster. Preislich parkt der Neuling damit mitten im Revier von BMW X7 und Mercedes GLS.

Und was ist mit Österreich?

In Deutschland baut Zeekr gerade ein klassisches Händlernetz auf, der 9X soll das Schaufenster nach oben abrunden. Österreich muss sich nur noch kurz gedulden: Laut „Autorevue“ startet die Marke dort im vierten Quartal 2026 über die AutoWallis-Gruppe, und der 9X gehört zu den Modellen der ersten Stunde. Bleibt die eigentliche Spannungsfrage: Finden sich genug Käufer, die sechsstellig in eine junge China-Marke investieren? Zeekrs Antwort ist entwaffnend selbstbewusst ausgefallen. Mehr Auto fürs Geld gibt es in dieser Klasse jedenfalls kaum.

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