Jetzt unterschrieben: Audi teilt sein China-Geschäft auf
Monatelang war der Umbau nur ein Bericht, jetzt haben Audi, FAW und SAIC unterschrieben. Die neue Arbeitsteilung hat eine Pointe mit Ablaufdatum.
Audi hat Nägel mit Köpfen gemacht: Am Montag hat der Autobauer eigene strategische Vereinbarungen mit seinen beiden Partnern FAW und SAIC unterzeichnet und damit die Aufteilung seines China-Geschäfts besiegelt. Was seit dem Frühjahr durch chinesische Wirtschaftsmedien geisterte, ist nun Vertragslage: Jedes Joint Venture bekommt seine eigene Marke.
Vier Ringe für FAW, vier Buchstaben für SAIC
FAW Audi übernimmt künftig allein die Modelle mit den vier Ringen, quer durch alle Antriebsarten: Elektroautos wie der A6L e-tron und der Q6L e-tron gehören ebenso dazu wie der neue A5L und der A6L mit Verbrenner. SAIC Audi konzentriert sich dagegen ganz auf die junge Schwestermarke AUDI, die nur in China antritt und auf Elektroautos setzt. Deren Erstling E5 Sportback steht seit September 2025 bei den Händlern, im Mai folgte das SUV E7X. Laut „CnEVPost“ planen die Partner vier weitere AUDI-Modelle auf der Plattform ADP 2.0, das erste soll 2028 kommen.
Übergangsfrist bis Ende 2027
Ganz abrupt kommt der Schnitt allerdings nicht: SAIC Audi darf noch bis Ende 2027 Vier-Ringe-Modelle verkaufen, danach wandert dieses Geschäft komplett zu FAW. Service und Ersatzteile sollen für die Kunden beider Marken ohne Unterbrechung weiterlaufen. Audi verspricht sich von der klaren Trennung schnellere Entscheidungen und eine gezieltere Modellentwicklung. China-Chef Johannes Roscheck sprach laut „Gasgoo“ von einer schärferen Markenpositionierung als Basis für die langfristige Entwicklung im Land.
Aufräumen im Absatztief
Der Umbau fällt in eine heikle Phase. Audis Verkäufe in China sind seit Längerem rückläufig, Premium-Angreifer wie NIO ziehen in der Zulassungsstatistik bereits vorbei. Dazu kam ein hausgemachtes Problem: Beide Joint Ventures verkauften bislang Vier-Ringe-Modelle und machten sich damit teils selbst Konkurrenz. Genau das soll die Entflechtung beenden. Sie ist zugleich das Fundament für den neuen Mann an der Spitze: Am 1. November übernimmt der frühere Chery-Manager Jeff Zhang die Führung von Audi China. Als wir über die Personalie berichteten, war der Umbau noch nicht unterschrieben. Diese Lücke ist jetzt geschlossen.
Was heißt das für uns?
Für Käufer in Deutschland und Österreich ändert sich unmittelbar nichts: Die AUDI-Buchstabenmarke ist ein reines China-Projekt, die vier Ringe bleiben bei uns das Maß der Dinge. Spannend ist die Sache trotzdem, denn die Buchstaben-Stromer wecken längst Begehrlichkeiten: Grauimporteure haben den E5 Sportback bereits nach Europa verschifft, sehr zum Missfallen von Audi. Einen offiziellen Europastart der AUDI-Modelle hat der Hersteller bislang nicht angekündigt. Für die Schweiz und Liechtenstein gilt dasselbe Bild: vier Ringe ja, vier Buchstaben nein. Mittelfristig dürfte die in China entwickelte Technik trotzdem auch bei uns ankommen, denn der Konzern nutzt den chinesischen Markt zunehmend als Entwicklungslabor.
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Verwendete Quellen
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