Neue KBA-Zahlen: Chinas Marken räumen ab, eine fällt auf null

Deutschlands E-Auto-Markt erreicht im Oktober einen neuen Höchststand, und Chinas Hersteller wachsen am schnellsten. Einer von ihnen geht komplett leer aus.

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Blauer BYD Sealion 7 fährt auf einer Stadtstraße an modernen Gebäuden vorbei
BYD ist im Oktober erneut die stärkste China-Marke auf dem deutschen Markt | Bild: BYD

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat seine Zulassungsstatistik für den Oktober vorgelegt, und sie hat es in sich: 94.086 neu zugelassene Elektroautos bedeuten 37,0 Prozent Marktanteil, so viel wie noch nie in einem Monat. Gegenüber dem Vorjahr legten die Stromer um 79 Prozent zu, während der Gesamtmarkt mit 254.492 Neuwagen gerade einmal 1,7 Prozent Wachstum schaffte. Die eigentliche Geschichte steckt aber in den Markenzahlen: Die Chinesen wachsen noch einmal deutlich schneller als der ohnehin boomende E-Auto-Markt.

Der Verbrenner wird zum Auslaufmodell

Treiber des Booms sind laut „electrive“ die hohen Benzinpreise und die seit Mai laufende Kaufförderung. Die Verlierer stehen ebenfalls fest: Benziner brachen um 40,5 Prozent auf 38.516 Stück ein und kommen nur noch auf 15,1 Prozent Marktanteil, der Diesel rutschte auf 9,4 Prozent ab. Auch Plug-in-Hybride verloren leicht. Seit Jahresbeginn summieren sich die reinen E-Auto-Zulassungen damit auf 698.230 Stück, ein Plus von gut 60 Prozent.

Dreistellige Zuwächse für Chinas Marken

Wie schnell die chinesischen Hersteller in diesem Umfeld unterwegs sind, zeigt der Blick auf den Oktober im Detail:

  • BYD: 5.173 Neuzulassungen (+54,3 Prozent), 2,0 Prozent Marktanteil
  • MG: 4.140 Neuzulassungen (+48,5 Prozent)
  • Leapmotor: 3.661 Neuzulassungen (+288,6 Prozent)
  • Xpeng: 1.380 Neuzulassungen (+284,4 Prozent)
  • Zeekr: 80 Neuzulassungen
  • NIO: 0 Neuzulassungen

BYD, MG und Leapmotor stemmen zusammen rund fünf Prozent des gesamten deutschen Neuwagenmarkts, wohlgemerkt inklusive aller Verbrenner. Aufs Jahr gerechnet wird es noch bemerkenswerter: BYD steht nach zehn Monaten bei 47.961 Zulassungen und hat damit Tesla überholt, das auf 47.742 kommt. Die Amerikaner erzielten im Oktober zwar ein sattes Plus gegenüber dem schwachen Vorjahresmonat, verloren gegenüber dem September aber zwei Drittel ihres Volumens. BYD wächst dagegen seit Monaten stetig: Schon im dritten Quartal hatten die China-Marken in Deutschland Rekordanteile erreicht, der Oktober legt nun nach.

Und was ist mit NIO los?

Am anderen Ende der Tabelle steht NIO. Die einst mit großen Ambitionen nach Deutschland gestartete Marke kam im Oktober nach der KBA-Auswertung von „electrive“ auf exakt null Neuzulassungen. Das passt ins Bild eines verkorksten Jahres: Von Januar bis September zählte das KBA gerade einmal rund 20 NIO-Neuwagen in Deutschland. Dazu kommt, dass zuletzt auch auf dem Heimatmarkt eine jahrelange Wachstumsserie gerissen ist. Die Frage, wie es mit der Marke in Europa weitergeht, stellt sich damit dringlicher denn je.

Was heißt das für den DACH-Raum?

Deutschland ist für Chinas Hersteller der Schlüsselmarkt in Europa, und der Oktober zeigt: Der Durchbruch ist geschafft, jetzt geht es um Marktanteile im großen Stil. Österreich dürfte in den kommenden Tagen nachziehen, wenn Statistik Austria die Oktober-Werte veröffentlicht; dann zeigt sich, ob die Alpenrepublik das deutsche Tempo mitgeht. Und der Nachschub rollt bereits: Xpeng bringt Anfang 2027 sein günstiges Volks-SUV L05 nach Europa, die Details für Deutschland folgen im Januar in Brüssel. Spannend wird zudem der 6. November: Dann liefert das KBA voraussichtlich die Aufschlüsselung nach Modellreihen nach, und wir sehen, welche China-Stromer im Oktober konkret vorne lagen.

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